Bilderbogen


Erste Etappen der Entwicklung

  1. Übersicht über die Entwicklungsgeschichte des Fahrrades im 19. Jahrhundert
  2. Der Pionier aus dem Südwesten: Karl von Drais, der badische Freiherr (1775 - 1851)
  3. Der Wiener Handwerker und Unternehmer: Anton Burg, der Tischler von der Nahe (1767 - 1849)
  4. Aus dem Britischen Museum London: Frühe Karikaturen zum Laufrad

Englische Karikaturen aus dem Jahre 1819


  • 200 Jahre Entwicklungsgeschichte des Fahrrads (1817-2017)

Mobilität im Mittelalter

Anlässlich eines "Mittelalter-Marktes" im Umfeld des Schlosses Ardeck hatte das Rheinhessische Fahrradmuseum 2014 Informationen zum Thema "Mobilität im Mittelalter" präsentiert.

1817 - 2017: 200 Jahre Entwicklungsgeschichte des Fahrrads

Am Anfang . . .

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Alles einen Anfang, aber nicht immer sind gleichzeitig stattfindende Ereignisse auch ursächlich miteinander verknüpft. Am Ende des napoleonischen Zeitalters geschehen Dinge, beginnen Prozesse, entwickeln sich Strukturen, die spätestens im Nachhinein nachvollziehen lassen, wenn man von einer neuen Epoche spricht.

In Europa gewinnen Monarchie, Gottesgnadentum und autoritäre Herrschaft wieder Oberhand, fürs Erste jedenfalls, aber nicht unwidersprochen und nicht unangefochten.

Der Ausbruch des Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa ereignete sich als eine Kette von Eruptionen, die ihren Höhepunkt zwischen dem 10. und 15. April 1815 erreichten. Er kostete in der unmittelbaren Umgebung 4.000 Menschen das Leben. Die Ascheniederschläge verdunkelten in einem Umkreis bis zu 600 km den Himmel zwei Tage lang fast vollständig. Die Menschen in Teilen von Europa erlebten im darauffolgenden Jahr einen "Sommer ohne Sonne".

Ob Karl Drais durch die fernen Ereignisse und ihre Auswirkungen bis in seine badische Heimat beflügelt wurde, sein Laufrad zu erproben und der Welt bekannt zu machen, ob die Menschen in Karlsruhe, Frankfurt, Paris oder Wien im Velocipède einen Ersatz für die an Hunger leidenden Pferde sahen, erscheint stimmig, - es muss aber nicht so gewesen sein.

Einen greifbaren Zusammenhang aber gibt es zwischen den Not- und Hungererfahrungen großer Teile der Bevölkerung und den gleichsam konzertierten Anstrengungen von Gesellschaft, Wissenschaft und Politik, die Landwirtschaft und die Versorgung der Menschen auf einen höheren Stand anzuheben, um besser den durch Unverstand, Wetter und Klima verursachten Missernten begegnen zu können.

Als Beispiele seien genannt: das landwirtschaftlich geprägte Herbstfest im schwäbischen Kannstadt, das heute Millionen auf dem Cannstatter Wasen besuchen, und der Schreiner von der Nahe, Anton Burg, der sein technisches Geschick und sein kaufmännisches Talent in seiner Wiener Werkstatt gleichermaßen im Laufrad wie im Pflug Gestalt annehmen ließ.