In der Presse

Neue Binger Zeitung vom 1. April 2015


Kalender 2015

Fotos: Kao Salon Division 2015

7. Januar, 9-12 Uhr, Treffen des Museumsteams mit den Vorsitzenden von Träger- und Förderverein

8. Januar, Historisches Herrenrad von WANDERER aus dem Museum bei der Jahresauftaktveranstaltung von KAO-Goldwell Darmstadt in Seeheim-Jugenheim.

4. Februar, 9-12 Uhr, Museumsteam

23. Februar 2015, 19.00 Uhr, Rathausscheune, Mitgliederversammlung des Träger- und Fördervereins

4. März, 9-12 Uhr, Museumsteam

30. März: Das Museum bietet den Teilnehmern eines Ferienangebots der Offenen Jugendarbeit Einblicke in das Museum.

5. April 2015, 11.15 Uhr, Eröffnung der 14. Saison am Ostersonntag

  • Präsentation eines in "Stand" gesetzten Hochrades
  • Verlängerung der Ausstellung mit Karikaturen von Gerhard Mester

5. April, 14-18 Uhr 

6. April, 14-18 Uhr

9. April: Eine Seniorengruppe aus Bad Kreuznach besucht unser Museum.

12. April, 14-18 Uhr

19. April, 14-18 Uhr

26. April, 14-18 Uhr

1. Mai, 14-18 Uhr, Tag der Arbeit

3. Mai, 14-18 Uhr

10. Mai, 14-18 Uhr

14. Mai, 14-18 Uhr, Christi Himmelfahrt

16. Mai: Teilnehmer des Treffens eines Absolventenjahrgangs in Gau-Algesheim machen Station im Fahrradmuseum.

17. Mai, 14-18 Uhr,  Internationaler Museumstag 

  • Präsentation eines in Stand gesetzten Hochrades
  • zeitgenössische Bilder und Karikaturen aus der Entstehungszeit des Hochrades

24. Mai, 14-18 Uhr, Pfingstsonntag

25. Mai, 14-18 Uhr, Pfingstmontag

28. Mai: Schülerinnen und Schüler des Realschule plus besuchen mit ihren Freunden vom Collège François Pompon aus der Partnerstadt Saulieu das Fahrradmuseum.

31. Mai, 14-18 Uhr

4. Juni, 14-18 Uhr, Fronleichnam

7. Juni, 14-18 Uhr 

  • Wir erwarten um die Mittagszeit Tandemfahrer aus dem ganzen Bundesgebiet, die von Bad Kreuznach aus Touren in der Region unternehmen.

14. Juni, 14-18 Uhr

19. Juni: Eine Schülergruppe aus dem böhmischen Hořovice besucht das Museum.

21. Juni, 14-18 Uhr

25. Juni: Mitglieder der Gruppe "Nestwärme" kommen im Rahmen einer Deutschland-Tour ins Fahrradmuseum.

28. Juni, 14-18 Uhr

5. Juli, 14-18 Uhr

9. Juli: 21 Kinder der "Wolkengruppe" aus dem benachbarten Schloss-Ardeck-Kindergarten, begleitet von Petra Knoop und Marianne Schmidt, besuchen das Museum und sorgen für ein lebendiges Treiben auf dem Schlossplatz. Unter der Aufsicht von Werner Schön und Emil Busch erproben sie historische Fahrräder aus dem Bestand des Museums.

12. Juli, 14-18 Uhr

19. Juli, 14-18 Uhr

26. Juli, 14-18, Beginn der Sommerferien in Rheinland-Pfalz und Hessen

2. August, 14-18 Uhr

9. August, 14-18 Uhr, Laurenziwallfahrt

16. August, 14-18 Uhr, Kerbesonntag

23. August, 14-18 Uhr

30. August, 14-18 Uhr

6. September, 14-18 Uhr

11. September: Wir unterstützen den Experimentiertag des VDI Rheingau in Flörsheim/Main mit technisch interessanten Exponaten.

13. September, 14-18 Uhr, 41. Gau-Algesheimer Volksradfahren

16. September: An fünf Mittwochen macht das Museumsteam (Werner Schön, Franz Gerner, Michael Peil und Emil Busch, unterstützt durch Schön Fahrräder) in 151 Arbeitsstunden 38 Fahrräder für Flüchtlinge sicher und fahrbereit.

20. September, 14-18 Uhr

27. September, 14-18 Uhr

30. September: Die erste von drei 4. Klassen der Brüder-Grimm-Grundschule Frei-Weinheim besucht das Rheinhessische Fahrradmuseum.

3. Oktober, 14-18 Uhr, Tag der deutschen Einheit

4. Oktober, 14-18 Uhr

11. Oktober, 14-18 Uhr, Fest des jungen Weines 

  • Letzter Öffnungstag 2015

11. Dezember: Eine Schülergruppe aus dem mittelböhmischen Horovice (Horschowitz) besuchen die Verbandsgemeinde Gau-Algesheim sowie das Rheinhessische Fahrradmuseum und das Museum Ober-Hilbersheim.

12. Dezember: Exkursion des Museumsteams nach Bad Kreuznach und Bas Münster am Stein

 

 

 

 

 

 


  • Aktuelles 2015

14. Ausstellungssaison 2015 des Rheinhessischen Fahrradmuseums

Saisonabschluss: Mitgliederversammlung am 16. Februar 2016

Tagesordnung der gemeinsamen Mitgliederversammlung des Fördervereins und des Trägervereins

am 16. Februar 2016, um 19.00 Uhr in der Rathausscheune Gau-Algesheim

Tagesordnung

1. Begrüßung, Annahme der Tagesordnung

2. Jahresberichte 

  • der Vorsitzenden Bernhard Trapp Trägerverein
  • Hermann Lutz Förderverein
  • des Museumsleiters Norbert Diehl
  • des Schatzmeisters Emanuel Rösch
  • der Kassenprüfer

3. Aussprache zu den Berichten

4. Abstimmung über die Entlastung der Vorstände

5. Neuwahlen Förder- / Trägerverein

5.1 Trägerverein 

  • 5.1.1 Vorsitzender
  • 5.1.2 stellvertretender Vorsitzender
  • 5.1.3 Schatzmeister
  • 5.1.4 Kassenprüfer
  • 5.1.5 Museumsleiter

5.2 Förderverein

  • 5.2.1 Vorsitzender
  • 5.2.2 stellvertretender Vorsitzender
  • 5.2.3 Schriftführer
  • 5.2.4 Schatzmeister
  • 5.2.5 Zwei Beisitzer
  • 5.2.6 Kassenprüfer

6. Beschlussfassung über Anträge an die Versammlung

7. Vorschau auf Aktivitäten in 2016 und 2017

  • Saisoneröffnung
  • 200 Jahre Rheinhessen und 1250 Jahre Stadt Gau-Algesheim in 2016
  • 200 Jahre Fahrrad in 2017
  • Aktion Fahrräder an Flüchtlinge
  • Anschaffungen

8. Verschiedenes

Termin Kassenprüfer: 18.30 Uhr in der Rathausscheune.

 gez.

Volker Jaquet, Schriftführer

Aktion der Mittwochgruppe

Seit dem 16.09.2015 treffen sich die Kollegen des Schrauberteams: Werner Schön, Franz Gerner, Michael Peil und Emil Busch immer mittwochs in der Werkstatt des Fahrradmuseums, um Fahrräder für Flüchtlinge, die in der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim untergebracht sind, zu reparieren und bereit zu stellen.

Bis zum 10.12. 2015 konnten in 151 Arbeitsstunden 38 Fahrräder der STVO entsprechend ausgerüstet, in einen verkehrssicheren Zustand gebracht und über die Verbandsgemeindeverwaltung Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden.

Die Kostenübernahme für Ersatz-und Verschleißteile durch die VG Gau-Algesheim sowie die großzügige Unterstützung durch das Fahrradhaus Schön, aber auch viele Sachspenden aus der Bevölkerung u.a. aus der Fahrradwerkstatt im Mehrgenerationenhaus Ingelheim haben dies ermöglicht.

Das letzte Treffen in diesem Jahr ist am Mittwoch,  den 16. Dezember 2015, angesetzt. Jeder, der sich der Aktion anschließen und mit uns schrauben möchte, ist gerne gesehen. (Emil Busch)

Allgemeine Zeitung, 24. Dezember 2015

VG GAU-ALGESHEIM - Es ist ein Stück Normalität, was die Schraubertruppe des Rheinhessischen Fahrradmuseums den Flüchtlingen in der Verbandsgemeinde schenkt. Insbesondere in Zeiten, in denen Flüchtlinge wegen bürokratischer und sprachlicher Hürden auf Unterstützung angewiesen seien, „wollten wir den Menschen Beweglichkeit und damit Freiheit geben“, erklärt Ernst-Emil Busch von der Schraubertruppe des Museums.

Seit September richten die sechs Gau-Alges-heimer Schrauber gespendete Räder wieder her, machen sie der Straßenverkehrsordnung entsprechend wieder fit und schenken sie dann Flüchtlingen. Seit Beginn der Aktion vor rund drei Monaten wurden bereits 42 große Fahrräder und fünf Kinderräder verschenkt. Unterstützt wird das Museum in seinem Vorhaben vom Fahrradhaus Schön und der Verbandsgemeindeverwaltung um VG-Bürgermeister Dieter Linck. Auch die Fahrradwerkstatt des Ingelheimer Mehrgenerationenhauses hilft mit. Rund 1000 Euro hat die VG bislang für Ersatz- und Verschleißteile zur Verfügung gestellt. Und auch ausgehändigt werden die Zweiräder den Flücht-lingen von der Verwaltung.

„Ich fahre inzwischen jeden Tag mit dem Fahrrad“, berichtet Meron Siell. Der 23-jährige Mann aus Eritrea hat eines der begehrten Zweiräder ergattert und nutzt es seitdem intensiv, beispielsweise um zum Sprachkurs nach Ingelheim zu fahren. Und dabei sei es keinesfalls so, dass die Flüchtlinge nur nehmen würden, im Gegenteil: „Inzwischen packen sie tatkräftig mit an“, bestätigt Hermann Lutz, Erster Vorsitzender des Fördervereins des Fahrradmuseums.

Überhaupt sei es Belohnung genug, in die dankbaren, glücklichen Gesichter der Menschen zu schauen, wenn sie ihr neues Rad in Empfang nehmen, berichtet Ernst-Emil Busch. Dabei wolle man den Flüchtlingen vor allem zeigen, dass sie in der deutschen Gesellschaft willkommen seien. „Hautfarbe spielt für mich keine Rolle, wenn es um Menschlichkeit geht“, macht Busch deutlich.

Jeden Mittwoch von 9 bis 12.30 Uhr treffen sich die Museumsschrauber, um an den Zweirädern herumzuwerkeln. „Inzwischen kommen auch viele Menschen vorbei und wollen Räder spenden oder mithelfen“, erzählt Busch. „Und eben auch viele Flüchtlinge sind darunter.“

Die Resonanz sei überhaupt sehr gut. Inzwischen sehe er in der ganzen Verbandsgemeinde mehr-mals täglich Flüchtlinge mit ihren Rädern, erzählt Busch. Das gebe ein Stück weit Bestätigung für die Arbeit. Nur an der Kenntnis der Verkehrsregeln hapere es noch ab und an. Dann säßen auch schon mal mehrere Flüchtlinge auf einem Rad, auf Querstange, Gepäckträger und Lenker, berichtet Lutz lachend. Auch komme es vor, dass Flüchtlinge in eine Einbahnstraße falsch einbögen, „weil sie die Schilder einfach nicht kennen“.

Dann helfe vielleicht eine kurze Verkehrsbelehrung, beispielsweise im Rahmen der Integrations- und Sprachkurse, „oder vielleicht auch ein einfaches Flugblatt mit Abbildungen der wichtigsten Verkehrsschilder“, schlägt Busch vor.

VG-Bürgermeister Dieter Linck lobt die Schrauber des Museums und dankt für ihr unermüdliches Engagement. „Ihr leistet wirklich ein Vielfaches von dem, was wir als Verwaltung in diesem Bereich leisten könnten“, betont Linck.

Natürlich soll es im nächsten Jahr mit der erfolgreichen Aktion weitergehen. Dabei gibt es auch sonst noch genug zu tun im Fahrradmuseum. So will die für Ostern geplante neue Ausstellung „Höhenwege und Türme in Rheinhessen“ anlässlich des 200-jährigen Bestehens von Rheinhessen im Jahre 2016 vorbereitet sein. „Deshalb ist jeder Helfer bei uns gerne gesehen“, betont Busch.

Nicholas Matthias Steinberg

Das Museumsteam in Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein

Die traditionelle Exkursion in der vorweihnachtliche Zeit führte das Museumsteam diesmal ins benachbarte Nahetal nach Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein. Prof. Rösch hatte die Tour in bewährter Manier vorbereitet. In Bad Kreuznach breitet sich der Nikolausmarkt auf dem altstädtischen Eiermarkt aus und lehnt sich an die Nikolauskirche, die im 13. Jh. durch die Grafen von Sponheim gestiftet wurde. Im Stile der Bettelordenarchitektur brachte das Bauwerk die Kritik an kirchlichen und sozialen Mißständen sowie ein vertieftes Verständnis von Glauben und Leben zum Ausdruck. 

Per pedes apostolorum wanderte die Gruppe entlang der Nahe ins 2014 nach Bad Kreuznach eingemeindete Bad Münster am Stein, dessen Ortsteil Ebernburg die nördlichste Gemeinde in der ehemals bayrischen Pfalz die Verbindung mit dem früher rheinpreußischen Bad Münster herstellt. Die Ebernburg auf der Wanderung vor Augen  gelangten die Ausflügler auf den Weihnachtsmarkt unterhalb des Rheingrafensteins, der den Park am Kurmittelhaus in eine romantische Landschaft verwandelt. In diesem Jahr laden 100 Stände zum Verweilen ein und bieten neben dem Kurmittelhaus auch bei Regenwetter einen ersten Schutz.

 

 



Tandemfahrer aus ganz Deutschland im Fahrradmuseum

Zum Abschluss eines dreitägigen Treffens von Tandemfahrer aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz in Bad Kreuznach war für etwa 60 Teilnehmer das Rheinhessische Fahrradmuseum Gau-Algesheim Ziel eines Ausfluges (Foto: Heinz-Egon Rösch). Bereits an den vorausgegangenen Tagen standen zahlreiche Sehenswürdigkeiten im "Milden Westen" an Rhein und Nahe auf dem Tourprogramm der Radler, die auf der Kauzenburg logierten.

Seit 1992 wird dieses Treffen reihum mit Hilfe von freiwilligen Ortsansässigen veranstaltet, die ein Hotel in ihrer Region aussuchen und verschiedene Routen zusammenstellen. Das Organisationsteam für das diesjährige Treffen besteht aus zwei Mainzern, Sonnwill und Jürgen Werner, sowie einem Team aus Bad Kreuznach, Tilman Schmidt und Pia Hilgert. Die Teilnehmer hatten diesmal Gelegenheit, in Bad Kreuznach und Umgebung vier Tage ihrem sportlichen Hobby nachzugehen und gleichzeitig eine neue Gegend kennen zu lernen.

Im Rheinhessischen Fahrradmuseum und auf dem Schlossplatz der kurmainzer Burg Ardeck hieß Prof. Heinz-Egon Rösch die Gäste willkommen und präsentierte ihnen das neue Tandem des Museums, ein Bi-Bici aus Italien, das Emil Busch aus rostigen Teilen wieder zum Leben erweckt hat.

Mit anschaulichen Informationen und vielfältigen Eindrücken über die Entwicklung des Fahrrads, des Radsports und der Fahrradkultur(en) konnten die Tandem-Enthusiasten am Nachmittag ihren Heimweg antreten.

Bericht in den StadtNachrichten

Saisoneröffnung am Ostersonntag 2015

Fotos: Friedel Jouaux

Zur traditionellen Eröffnung der neuen Ausstellungssaison am Ostersonntag "nach dem Amt" fanden auch in diesem Jahr zahlreiche interessierte Besucher den Weg ins Rheinhessische Fahrradmuseum. Vollzählig vertreten waren das Museumsteam und die Museumsleitung, dazu die beiden Vorsitzenden des Träger- und Fördervereins Bernhard Trapp und Hermann Lutz sowie der Stadtbürgermeister Dieter Faust und Verbandsbürgermeister Dieter Linck. Herzlich willkommen hieß der Museumsleiter die neue Vorsitzende des Radsportvereins Christiane Schön, deren Vorgänger Hermann Schön sowie aus der Nachbarstadt die Beigeordnete Irene Hilgert und den Fahrradbeauftragten Erich Dahlheimer.  Friedel Jouaux sorgte dafür, dass die Veranstaltung im Bild festgehalten wurde.

In ihren Grußworten hoben Bürgermeister Faust, Verbandsbürgermeister Linck und der Fördervereinsvorsitzende Hermann Lutz das Engagement des Museumsteams und aller Helfer hervor, die seit der Jahrtausendwende garantieren, dass das Rheinhessische Fahrradmuseum sich etablieren und entwickeln konnte und dass die annähernd 20.000 Besucher, die seit der Eröffnung 2002 ins Museum kamen, diesen Ort durchweg mit vielfältigen Erinnerungen und neuen Eindrücken verließen. 

Die Mitglieder des Museumsteams Ernst Emil Busch und Norbert Diehl schilderten, wie im vergangenen Jahr ein Hochrad aus den 1880er Jahren in die Obhut des Museums gekommen war und in den Mitgliedern des Teams der Ehrgeiz erwachte, das Rad technisch auf einen vorzeigbaren Stand zu bringen und in die historischen Kontexte der Fahrradgeschichte und des Museums einzureihen.

Alle Bilder von Friedel Jouaux

Handbremse und 21 Speichen

FAHRRAD-MUSEUM Antikes Hochrad im Mittelpunkt der neuen Saison / Eröffnung an Ostersonntag

Foto von Thomas Schmidt

Von Klaus Rein

GAU-ALGESHEIM. Das Quartett genießt die Bastelstunde im Sonnenschein – Endspurt für die Saison-Eröffnung des Rheinhessischen Fahrrad-Museums in Schloss Ardeck. Ernst Emil Busch ist sich mit seinen Co-Reparateuren sicher, bis Ostersonntag die neue Attraktion in Schuss zu bringen. Michael Peil, Werner Schön und Franz Gerner haben bereits über 60 Stunden ihrer Freizeit in die Wiederherstellung eines Hochrads aus dem späten 19. Jahrhundert investiert.

Ein Schmuckstück aus England

Die Nabenlampe verrät das mutmaßliche Baujahr des ungewöhnlichen Tretmobils: 1885. Museumsleiter Norbert Diehl konnte das historische Gefährt als Gabe der Familie Seib aus dem Wiesbadener Stadtteil Bierstadt entgegennehmen. Diese war seit 1905 Eigentümer des Hochrads. Und die Lampe verrät auch die Herkunft des Fahrrads. Denn sie wurde von der britischen Firma Lucas produziert. Das1872 in Birmingham von Vater Joseph und Sohn Henry Lucas gegründete Unternehmen war als Hersteller von Fahrzeugteilen ähnlich bekannt wie das deutsche Unternehmen Bosch, hatte damals allerdings einen zweifelhaften Ruf. Die Qualität der Lucas-Lampen quittierten Kunden mit dem Spott-Kompliment „Erfinder der Dunkelheit“, wie Diehl im Gespräch mit dieser Zeitung zu berichten weiß.

Das Hochrad wird nach seiner Instandsetzung im Mittelpunkt der Saison-Eröffnung an Ostersonntag stehen. Seine Premiere-Fahrt ist allerdings erst für das Heidesheimer Erntedankfest vorgesehen.

Die Museumsmonteure legen Wert auf die Feststellung, dass sie das antike Hochrad nicht restauriert, sondern lediglich instand gesetzt haben: Fahrtüchtig, aber nicht im Originalzustand. Das allerdings fällt dem Laien nicht auf. Denn die Feinarbeit der Hobby-Handwerker ist kaum wahrzunehmen. Für das kleine Hinterrad mussten 20 Speichen hergestellt und mit neuem Gewinde versehen werden. „Metrisch, abweichend von der englischen Norm“, versteht der Besucher, als ihm die Details erklärt werden. Zu den Arbeiten gehörten auch die Herstellung einer Ersatz-Speiche für das große Vorderrad, die Installation von Vollgummi-Reifen sowie der aufwändige Bau einer Handbremse. Und: Entfernen musste das Team auch einen auffälligen Anstrich, der vermutlich für Volksfeste aufgebracht worden war. Immerhin war das Hochrad mit dem Wiesbadener Robert Rieser im Sattel dreißig Mal beim Mainzer Rosenmontagszug im Einsatz.

Das Hochrad als Episode in der Entwicklungsgeschichte des Fahrrads

Museumsleiter Diehl und Gründungsvater Prof. Heinz-Egon Rösch schildern als Radkundige die Entstehungsgeschichte der Hochräder. Als Erfinder des Ur-Fahrrads gilt das Laufrad des Karlsruhers Karl Freiherr von Drais, das lenkbar war, aber per Fußkraft angetrieben wurde – das „Veloziped“. Das Hochrad bescherte dem Piloten die Kurbel, die der Kraftübertragung von den Beinen auf das Vorderrad mehr Schwung verlieh. Dank des mehr als verdoppelten Rad-Durchmessers stieg die Leistung enorm an.

Opel importierte die Hochrad-Idee von England, baute erste Modelle um 1870. Mit höheren Geschwindigkeiten verbunden war allerdings auch die höhere Sturzgefahr, die schließlich zur Konstruktion von „Niederrädern“ führte.

Seine ersten Laufrad- Kilometer hatte Drais bereits 1817 in Mannheim zurückgelegt. Steigende Haferpreise führten schon bald zum Umstieg vom Pferd auf die Drais'sche Laufmaschine, deren Abstieg wiederum fallende Haferpreise einleiteten. Die zeitliche Nähe der Bildung Rheinhessens auf dem Wiener Kongress führte jetzt zum Angebot des Rheinhessischen Fahrrad-Museums, sich mit einer Schau zur Frühgeschichte des Fahrrads an den rheinhessischen 200-Jahr-Feiern zu beteiligen.

In der beginnenden Saison zeigt das Museum noch einmal Rad-Karikaturen des Wiesbadeners Gerhard Mester, die im vorigen Jahr unter dem Titel „Läuft es von selbst, geht's meist bergab“ als 24. Sonderschau seit der Museumseröffnung 2002 zu sehen war. In dieser Zeit wurden insgesamt 21 000 Besucher registriert, wie Hermann Lutz als Vorsitzender des Fördervereins wissen ließ.

Öffnungszeiten

Eröffnet wird die Saison in Schloss Ardeck am Ostersonntag, 5. April, um 11.15 Uhr mit einem Umtrunk für alle Besucher. Auch an Ostermontag hat das Fahrradmuseum geöffnet – von 14 bis 18 Uhr. Bis zum Weinfest am zweiten Oktober-Wochenende kann das Museum an allen Sonn- und Feiertagen besucht werden. Sonderanmeldung für Gruppen auch an anderen Tagen sind über die Tourist-Info (Tel. 06725 – 992 143) möglich.

AZ Ingelheim-Bingen, 30. März 2015

Eröffnung am Ostersonntag um 11.15 Uhr

An Ostersonntag, 5. April 2015, um 11.15 Uhr öffnet das Rheinhessische Fahrradmuseum im Schloss Ardeck Gau-Algesheim seine Türen zur 14. Ausstellungssaison seit 2002.

Am Eröffnungstag und am 17. Mai 2015, dem Internationalen Museumstag, präsentiert das Museumsteam ein wieder in Gang gesetztes Hochrad, das eine mehr als 120jährige Geschichte hinter sich hat und nun in neuem Glanz erstrahlt. An dem guten Stück eines Leihgebers aus Wiesbaden-Bierstadt sticht hervor eine um die Vordernabe pendelnde Petroleum-Lampe der Firma Joseph Lucas & Son aus Birmingham aus den 1880er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Firma gewann im 20. Jahrhunderts als Fahrzeugzulieferer in England eine Bedeutung wie Bosch in Deutschland, musste sich aber angesichts mancher Mängel auch den abfälligen Titel als „Erfinder der Dunkelheit“ gefallen lassen.

Die aktualisierte Präsentation zur Geschichte und Technik des Fahrrades und des Radfahrens und die Sonderausstellung unter dem Motto "Läuft es von selbst, geht's meist bergab!" hatten im vergangenen Jahr über 1.000 Besucherinnen und Besucher gelockt. Die Ausstellung von Bildern des politischen Karikaturisten Gerhard Mester zu Situationen und Entwicklungen rund um das Radfahren und den Radsport werden in diesem Jahr noch einmal gezeigt. In der Dauerausstellung werden die Anfänge des Radfahrens vor fast 200 Jahren und die weiteren Entwicklungsschritte durch zeitgenössische Darstellungen aus deutschen und französischen Satire-Zeitungen des 19. Jahrhunderts veranschaulicht. Die einzelnen Etappen der Technikgeschichte des Fahrrads im 19. Jahrhundert von den Laufrädern der Jahre 1817/18 über das Vélocipède der 1860er Jahre, dem Aufkommen des Hochrades bis zur Entwicklung des Niederrads spiegeln sich demnach sowohl in den technischen Exponaten als auch in zahlreichen bisher wenig bekannten Text- und Bilddokumenten.

 

Das Museum mit den beiden Sonderausstellungen ist bis zum Fest des jungen Weines an allen Sonn- und Feiertagen von 14-18 Uhr geöffnet.

 

Herzliche Einladung zur Mitgliederversammlung 2015


Opelrad aus dem Fahrradmuseums in ZDF-Taunuskrimi

Es war am 20. September 2013, als  wieder mal ein Exponat des Rheinhessischen Fahrradmuseums auf Reisen ging. Nachdem das Laufrad von Karl Drais bereits mehrmals dem WDR als Requisit zur Verfügung gestanden und das Laufrad von Anton Burg Um- und Festzüge in der Region bereichert hatte, nahm nun das Opel-Damenrad aus der Familie Franz Kessler seinen Weg in den Taunus. Vom Königsteiner Stützpunkt der Münchner Firma All in production betreut, begannen die Dreharbeiten unter der Regie von Marcus O. Rosenmüller für den 4.  ZDF-Taunuskrimi nach einem Buch von Nele Neuhaus.

Aus dem Hause von Franz Kessler in der Flössergasse stammen die Fragmente eines Opel-Herrenrades aus dem Jahre 1901, mit dem das Mitglied des Gau-Algesheimer Radfahrerverein bei festlichen und sportlichen Ereignissen dabei war. Das Opel-Damenrad stammt aus den späten 20er-Jahren und ist so gut und vollständig erhalten, dass es als Filmrequisite genutzt werden kann.

Am 2. Februar 2015 strahlte das ZDF den Krimi unter dem Titel "Tiefe Wunden" aus. Das Opel-Damenrad aus dem Rheinhessischen Fahrradmuseum war zwar nur wenige Sekunden mit der Schauspielerin Lili Ulrich zu sehen, es trug aber mit dazu bei, den Zuschauer in die Zeit vor dem Beginn des 2. Weltkrieges zu versetzen.

 

 


Buch & Film

Jahresbericht 2014 des Museumsleiters

Im Laufe des Jahres 2014, der 13. Saison seit der Eröffnung des Rheinhessischen Fahrradmuseums im Schloss Ardeck Gau-Algesheim, zählten wir 1.050 am Fahrrad und am Radfahren interessierte Besucher unseres Museums.

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