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Eröffnung des Schlossplatzes am 24. Juli 2004

Der RSV-Vorsitzende Norbert Diehl zur Einweihung des Schlossplatzes am Samstag, 24. Juli 2004.

Sehr geehrter Herr Staatsminister Zuber, sehr geehrter Herr Bürgermeister Hassemer!

Es ist gut so, dass das Rheinhessische Fahrradmuseum im Schloss Ardeck, dem Sitz der kurmainzischen Amtmänner und Amtskeller, seinen Platz gefunden hat. Und es ist gut, dass das Schloss ein solch einladendes Entrée bekommen hat. Der Radsportverein Gau-Algesheim hat von Anfang an ein großes Interesse an der Errichtung eines Rheinhessischen Fahrradmuseums gezeigt, als Prof. Rösch 1997 über Pfarrer Hellriegel mit der Idee eines regionalen Sportmuseums nach Gau-Algesheim kam. Seine Idee zu entfalten, Interesse und Interessenten für das Projekt zu gewinnen, dazu bot sein Festvortrag in der Akademischen Feier anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Radsportvereins Gelegenheit, Nach einigem Zögern und dem Angebot anderer Räume waren auch Bürgermeister Clausfriedrich Hassemer und die Stadt Gau-Algesheim mit im Boot. Ab diesem Zeitpunkt hat es die Stadt Gau-Algesheim an Nichts fehlen lassen, um im Zuge der Umgestaltung des Schlosses die räumlichen Voraussetzungen für das Museum zu schaffen. Stadtbürgermeister Hassemer und den beiden Beigeordneten Ingrid Lutz und Bernhard Trapp sei herzlich für ihr Engagement gedankt. Inzwischen haben gut 4.500 Interessierte das Museum im Schloss besucht. Dank dafür verdient vor allem Prof. Heinz-Egon Rösch, dem beinahe zu raten ist, in Gau-Algesheim ein Zelt aufzuschlagen oder eine Hütte zu bauen. Unverzichtbar für das Museum sind die „Mittwochsgruppe“ und diejenigen Mitglieder, die an den Öffnungstagen im Museum Aufsicht führen und die Besucher mit Hinweisen und Erläuterungen begleiten. In der Mittwochsgruppe haben sich neben Prof. Rösch und dem unermüdlichen Albert Weis vom Radsportverein Mainz Mitglieder des Radsportverein Gau-Algesheim zusammengefunden, die mit handwerklichem Sachverstand, kreativen Ideen und mit Freude an der Arbeit und am geselligen Zusammensein Fahrräder und andere Gegenstände zu ausstellungsfähigen Exponaten aufpolieren. Das Rheinhessische Fahrradmuseum ist fest in der Stadt und in der Region verankert: Dem Trägerverein des Museums gehören die Stadt Gau-Algesheim, der Radsportverband Rheinhessen und der Heimat- und Verkehrsverein Gau-Algesheim an. Dem Förderverein unter dem Vorsitz von Hermann Lutz sind – neben knapp vierzig Einzelpersonen aus Rheinhessen, aber auch aus Darmstadt und dem Westerwald - der Radsportverein Gau-Algesheim, der Rheinhessische Sportbund und die Firma Schön Fahrräder beigetreten.

Meine Glückwünsche für den Gau-Algesheimer Schlossplatz lasse ich Kurt Tucholsky sagen: Die modernen Stadtväter in allen Ländern haben einen horror vacui, sie können keinen leeren PLATZ sehen. Ein Platz ist aber nur ein Platz, wenn er leer ist – dann erst singt seine Struktur, die beschwingten Linien der angrenzenden Häuser fangen an zu sprechen. „Ich bin ein Platz!“ sagt der Platz. Heute haben sie überall „Anlagen“ daraufgesetzt, und nun schweigen die Plätze und sind gar nicht mehr da. (Tucholsky 1927)