Darstellungen der Burg

Schloss Landaw aus dem Mascop-Plan von 1577




Die Herren der Burg





Das kurmainzer Schloss Ardeck im rheinhessischen Gau-Algesheim

Wer vom Gau-Algesheimer Marktplatz mit Rathaus und Bürgerhaus über den Kreuzhof, die Schlossgasse oder durch den Kirchgarten zum Schloss Ardeck kommt, sieht auf den ersten Blick den Eingang zum Museum im Erdgeschoss des mehrgeschossigen Gebäudes. Ein Kleinod ist nach der Renovierung des Hauses und der Gestaltung des Umfeldes aus dem ehemaligen Amtssitz von Kurmainz entstanden.

Das "Schloss", wie die Gau-Algesheimer die übrig gebliebenen Teile der alten kurmainzer Burg nennen, war als Ort des Rheinhessischen Fahrradmuseums von Anfang an im Blickpunkt des Initiators Prof. Heinz-Egon Rösch und des damaligen Vorsitzenden des Radsportvereins 1898 e.V. Gau-Algesheim. Die Renovierung des Gebäudes und die Entwicklung der Idee "Fahrradmuseum" liefen parallel, so dass am 20. April 2002, vier Wochen nach Übergabe des Schlosses an die Bürger der Stadt Gau-Algesheim, das Rheinhessische Fahrradmuseum eröffnet werden konnte.


Der kurmainzer Amtssitz

Die Algesheimer Burg wird erstmals 1112 erwähnt, als Erzbischof Adalbert von Saarbrücken, Erbauer der Godhardkapelle am Mainzer Dom, dem Mainzer Kloster St. Jakob eine Schenkung seines Vorgängers Luitpold (1051-59) bei der „Moseburch“ bestätigt. Danach könnte die Burg noch älter sein und bereits im 11. Jahrhundert existiert haben. Folgt man den Forschungen des Gau-Algesheimer Kunsthistorikers Christofer Herrmann, dann besäße Gau-Algesheim eine der ältesten Mainzer Landesburgen. Die Erzbischöfe Conrad von Dhaun (1419-34) und Dietrich Schenk von Erbach (1434-59) förderten den Ausbau des Schlosses in den Jahren 1422 bis 1444. Letzterer hielt sich auch mehrfach mit seinem Gefolge hier auf. Sonst diente die Burg als Wohn- und Amtssitz der Amtmänner und später der Amtskeller. Der Amtmann hatte in kurmainzischer Zeit bis zur Lostrennung der Stadt vom Rheingau auch das Amt des Rheingauer Landschreibers mit Residenzpflicht im Algesheimer Schloss inne. Nachdem sich die Algesheimer im Mai 1525 zusammen mit den Bingern als einzige Linksrheiner der Rheingauer „Empörung“ angeschlossen hatten, ordnete der Mainzer Kurfürst Albrecht von Brandenburg 1527 die Lostrennung Gau-Algesheims vom Rheingau an. Damit ging die Bedeutung von Burg und Stadt Algesheim zurück. Es bildete von da an ein kurmainzisches Amt zusammen mit dem der Residenzstadt näherliegenden Nieder-Olm.

Als das linksrheinische Deutschland zu Beginn des 19. Jh. zum Kaiserreich Frankreich gehörte, werden auf Anordnung der französischen Verwaltung durch den Maire Rudolf Eickemeyer alle wehrhaften Teile, Türme und die alte Kernburg des Schlosses mit Ausnahme des Amtshauses abgebrochen. Die Steine werden zum Ausbau der Ortsstraßen verwendet. Ein gotisches Fensterchen, vielleicht eine Schießscharte von einem der Türme, wird als dekoratives Bauteil auf der Südseite als Kellerfenster wieder verwendet. Wahrscheinlich werden in dieser Zeit auch das dritte Obergeschoss des vorderen Schlossgebäudes abgetragen und das Walmdach durch ein Satteldach mit Treppengiebel ersetzt.

 

 

Verbreitung des Mainzer Rades