Der Präsident des BDR


Radsport-Disziplinen


Choreographisches Geschick und Dynamik zeichnen das Radpolospiel aus





Das Fahrrad im Sport

Die Sporträder im 3. Ausstellungsraum des Rheinhessischen Fahrradmuseums repräsentieren die Breite der radsportlichen Disziplinen auf der Straße und im Gelände, in der Halle und auf der Bahn.

Die Zeitfahrmaschine, mit der Laurent "Jaja" Jalabert im ONCE-Trikot 1997 in San Sebastian Weltmeister wurde, ruft bei den Besuchern gleichermaßen Bewunderung und Respekt hervor.


Zur Frühgeschichte des Hallenradsports

Wir tun gut daran, die Geschichte des Kunstradfahrens und das Radballs mit Nicholas Edward Kaufmann, einem 1861 in Rochester, New York (USA) geborenen und 1943 in Berlin verstorbenen Amerikaner, beginnen zu lassen. Er, dessen Vater aus der Schweiz eingewandert war, besaß neben seinem sportlichen Geschick in reichem Maße kreativ-künstlerische und kaufmännisch-organisatorische Talente, so dass er zum umjubelten Wegbereiter des Saalradsportes werden konnte.

Das Fahrrad, ob als Hochrad oder Einrad, forderten den guten Schwimmer, Turner und Rollschuhläufer Nick Kaufmann von Anfang an heraus, mit ihm akrobatische Tricks zu probieren. Diese einem großen Publikum zu zeigen, boten sich die Pausen während der längst populär gewordenen Radrennen an. Nachdem am 31. Mai 1868 das erste Radrennen in Paris ausgetragen worden war, verbreitete sich der Radrennsport rasch in Europa und Nordamerika und mit ihm auch Versuche, auf der eisenbeschlagenen „Michauline“ Übungen, wie sie aus dem Turnen bekannt waren, zu präsentieren. Darstellungen eines Übungssaals für Vélocipèden in Paris von 1869 und eines Saalradsportfestes des Magdeburger Velocipeden-Clubs im Jahr 1874 legen davon Zeugnis ab.

1888 sicherte sich Nick Kaufmann die Weltmeisterschaft im „Professional Cycle Trick Riding“. Nick Kaufmann gilt auch als der Vater des Radballs. Die Geschichte von dem Mops, der ihn 1893 anregte, mit dem Rad einen Ball zu spielen, mag gut erfunden sein, „des Pudels Kern“ birgt sie möglicherweise aber doch. (Norbert Diehl,  Rheinhessisches Fahrradmuseum)

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The history of artistic cycling and cycle-ball starts with the American, Nicholas Edward Kaufmann. His father emigrated from Switzerland to North America. Kaufmann was born 1861 in Rochester, New York (USA) and he died in Berlin in 1943. In addition to his athletic skills Kaufmann possessed creative, artistic and organizational talents, so that he could become the acclaimed pioneer of the sport.

Nick Kaufmann was a good swimmer, gymnast and skater. But the bicycle has always challenged him to try acrobatic tricks on it. At this time cycling races were already very popular. The break during cycling races was a good opportunity for Kaufmann to show his acrobatic tricks on the bicycle to a large audience. After the first cycling race was held in Paris on 31 May 1868, cycling races spread out quickly in Europe and North America. Beside the races, the presentation of figures on the bicycle as they were known from gymnastics, also became popular. The performances were presented on the „Michauline“ with iron-clad wheels. Pictures of a training room for “Vélocipèden“ in Paris from 1869 and a indoor cycling sport festival of the Magdeburger Velocipeden Club in 1874 bear witness to this.

In 1888, Nick Kaufmann became World Champion in „Professional Cycle Trick Riding“. Nick Kaufmann is also regarded as the inventor of cycle-ball. The story of the little dog, which inspired him in 1893 to play a ball with the wheel, may be fictitious, but maybe it gets the gist. (Norbert Diehl, Rhenish Hesse Bicycle Museum)

Der kleine Radsportverband Rheinhessen innerhalb der Landesverbandes Rheinland-Pfalz hat nicht nur in den letzten Jahren durch nationale und internationale Erfolge im Kunstradfahren und Radball aufhorchen lassen. Seit den 50er Jahre erreichten Rheinhessen Spitzenplätze und tauchen in den Siegerlisten sämtlicher Disziplinen auf. Besonders im Zweier-Kunstfahren der Herren ist die Liste der Meister und der auf dem Podium Platzierten fast endlos: von den Wörrstädtern Erwin Binder und Otto Plewa, über Kaiser/Leitzig, Vollmer/Metz, Kaiser/Wenz, Ott/Rogles und Ott Fissler bis zu den Finthern Andreas und Sascha Weil. Bei den Frauen gewannen in den letzten Jahren Katrin Schultheis und Sandra Sprinkmeier (RSV Klein-Winternheim) sowie Julia und Nadja Thürmer (RV Finthen), bei den Herren André und Benedikt Bugner (RSV Klein-Winternheim) bereits mehrfach die Deutsche Meisterschaft.

 

 

Regeln des Zweier-Radballs

Das Spielfeld ist 14 Meter lang und 11 Meter breit. Es ist von einer 30cm hohen Schrägbande eingefasst.

Die Mannschaft besteht aus zwei Spielern: Torwart und Feldspieler, wobei auch der Torhüter im Feld spielen darf und umgekehrt.

Die Spielzeit beträgt zweimal sieben Minuten. Halbzeitpause bei Seitenwechsel max. 2 Minuten. Junioren spielen zweimal 6 Minuten – Jugend/Schüler zweimal 5 Minuten.

Der Ball hat Kugelform, ist aus Stoff gefertigt und hat einen Durchmesser von 17-18cm und muss ein Gewicht zwischen 500 und 600gr. haben. Seine Geschwindigkeit erreicht bei Freischlägen bis zu 70km/h.

Das Tor ist 2 Meter hoch und ebenso breit.

Gespielt wird der Ball durch Schläge mit dem Rad und dem Körper, allerdings ohne Benutzung von Händen und Füßen – es sei denn die Hände bleiben am Lenker und die Füße auf den Pedalen. Kopfbälle sind gestattet.

Im Strafraum, dem mit einer durchzogenen Linie von 2 Meter Radius gekennzeichneten Halbkreis vor dem Tor, darf sich jeweils nur ein Spieler der verteidigenden und angreifenden Mannschaft befinden. Der Torwart darf in seinem Strafraum auch die Hände zur Ballabwehr benutzen.

Ein 4-Meter-Strafstoß wird verhängt, bei Vergehen im eigenen Strafraum bzw. bei groben Regelverstößen, außerhalb des Strafraums.

Andere Regelübertretungen außerhalb des Strafraums werden mit Freischlägen geahndet.

Bei Ausball wird das Spiel nach Unterbrechung einen Meter von der "Ausstelle" und der Bande entfernt mit einem "Anschlag" fortgesetzt.

"Ecken" – verursacht wie im Fußball durch den Verteidiger – werden von einem fixierten Punkt (2 Meter von der verlängerten Torauslinie und 4 Meter von der Tormitte) geschlagen.

Bei Bodenberührung während des Spiels mit Fuß oder Körper, ist der betreffende Sportler erst wieder spielberechtigt, wenn er die Toraußenlinie des eigenen Gehäuses überquert hat.

Quelle: soli-erlangen.de & Homepage der Hallenradsport-WM 2007 in Winterthur (CH)