Das Museums-Team

Leitspruch: "Geht nicht, gibt's nicht!"

  • Albert Weis, hat gelernt, mit Backwaren und Menschen umzugehen; was er nicht weiß, kriegt er raus; erledigt Aufgaben, während andere noch diskutieren
  • Franz Gerner, der Benjamin der Gruppe; in schlimmen Zeiten wäre er ein gefragter Marketender geworden
  • Heinz Schaubruch, versteht sein Handwerk; kann gleichermaßen mit Wasser und Strom, mit Holz, Eisen und Kunststoff umgehen
  • Heinz-Egon Rösch, Prof. em. der Sportwissenschaft; sorgt für das leibliche und geistige Wohl der Gruppenmitglieder
  • Herbert Scheurer, kommt von der Eisenbahn, geht seinen Weg und macht ohne viel Worte seine Arbeit
  • Werner Schön, langjähriger Vorsitzender des RSV 1898 Gau-Algesheim; richtet, was nicht gerade ist, und schafft Ersatz, wenn etwas fehlt

Traben-Trarbach 2009

Denkmal mit Brunnen

Dr. Pönninghaus und W. Schön

Michauline

Bonn 2008

Transporter Fahrrad

Transporter de Luxe

Em Höttche am Rathaus

Trier 2007

Kurze Kaffeepause im neuen Koblenzer Hauptbahnhof


Die "Mittwochsgruppe"

Die Männer der "Mittwochsgruppe" fördern auf eine unverzichtbare Weise den Aufbau und die Entwicklung des Rheinhessischen Fahrradmuseums. Sechs Rentner, vier Gau-Algesheimer und zwei Mainzer,  haben sich zu einem kompetenten und aktiven Museumsteam zusammengefunden, in dem Arbeit Lust macht und die Lebensfreude nicht zu kurz kommt.

Alle Sechs sind seit Jahrzehnten dem Radsport und dem sportlichen Radfahren eng, wenn auch auf unterschiedliche Weise verbunden. Jetzt werden sie im Museum und seiner Werkstatt mit Herausforderungen konfrontiert, um gleichermaßen dem Kenner wie dem bloß Neugierigen die technischen und historischen Facetten des Fahrrads und des Radfahrens anschaulich zu präsentieren.

Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und gemeinsam Neues zu entdecken, ist für die Gruppe Antrieb zu regelmäßigen Exkursionen. Ziele waren bisher das Deutsche Fahrradmuseum in Bad Brückenau, die Kinderfahrradfabrik PUCKY in Wülfrath, das Deutsche Sport- und Olympiamuseum in Kön oder das Mannheimer Technikmuseum. Dabei erweisen sich die Verbindungen des Museumsleiters und von Hermann Schön (SCHÖN FAHRRÄDER), der sich häufig als Chauffeur zur Verfügung stellt, als besonders hilfreich. 

Exkursionen der Mittwochsgruppe

Fahrradmuseum Traben-Trarbach

Am alten Bahnhof in Traben

Sieben Mitglieder und "Zöglinge" der Mittwochsgruppe fuhren - mitten in der Museumssaison - am 29. Juli 2009 auf dem Rheinland-Pfalz-Ticket zum Fahrradmuseum nach Traben-Trarbach. Über Bingerbrück, Koblenz und Bullay ging's in gemütlicher Fahrt nach Traben auf der linken Moselseite, wo die Gruppe mit dem Initiator des Fahrradmuseums Dr. Pönninghaus und seiner Frau, der ehrenamtlichen Bürgermeisterin der Doppelstadt, zusammentraf. Bei einem Stadtrundgang zeigte Dr. Pönninghaus Beispiele der Jugendstilarchitektur und verknüpfte sie mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt in den Jahrzehnten vor dem 1. Weltkrieg. Anders als zur Zeit der armen Moselwinzer, deren Not Karl Marx 1843 in der Rheinischen Zeitung beschrieb und analysierte, war unter veränderten Produktions- und Verkehrsverhältnissen der Weinbau im ausgehenden 19. Jahrhundert zu einer Quelle des Reichtums geworden.

Fotos: Albert Weis

Das Fahrradmuseum, im Jahr 2008 eröffnet, befindet sich in der Trarbacher Moselstraße, wo neben der Brückenstraße das touristische Herz der Stadt schlägt. Das Museum unternimmt alle Anstrengungen, auch die Aufmerksamkeit der zahllosen Radtouristen, die sich auf beiden Seiten der Mosel bewegen, für einen Museumsbesuch zu gewinnen.

Das Museum besteht aus einem großen Raum im ersten Stock des ehemaligen Hotels Brauneberg. Die Exponate sind übersichtlich aufgestellt und mit Informationstafeln versehen, die dem Besucher auch ohne Führung ausreichend Erläuterungen zur Verfügung stellen.

Im Museum findet sich auch die hölzerne Konstruktion einer Fahrradzeichnung, die Leonardo da Vinci zugeschrieben und die in vielen Museen und da Vinci-Ausstellungen präsentiert wird. Hans-Eberhard Lessing hat die Skizze schon längst als ein Produkt des 20. Jahrhundert entlarvt und wer mit dem Gefährt ohne Lenkung und Bremse die Moselstraße in Trarbach hinunterführe, würde ohne Zweifel die Rechtskurve in die Brücken- oder Moselweinstraße verfehlen und direkt in der Mosel landen.

Aber sind es nicht gerade die Fälschungen, die oft den Gang der Geschichte bestimmten? Als Nikolaus Cryfftz aus Kues, der große Nicolaus Cusanus, im 15. Jahrhundert bewies, dass die Konstantinische Schenkung eine frühmittelalterliche Fälschung war, hatte das Dokument längst dazu gedient, die päpstliche Oberherrschaft über die weltliche Macht und halb Europa zu begründen. Weil die Habsburger in der Goldenen Bulle von 1356 zu kurz kamen, erweiterten sie wenige Jahre später das Privilegium minus von 1156 zum Privilegium maius, indem sie ihm weitere Urkunden hinzufügten, die bis auf Gaius Julius Caesar und Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus zurückgingen. Gegen solche effektiven Fälscherwerkstätten war Konrad Kujau ein einsames kleines Licht.

Das Privilegium maius wurde bereits von Francesco Petrarca (1304-1374) als Fälschung identifiziert und deshalb von Kaiser Karl IV. nicht anerkannt. Petrarca selbst hatte sich - wenigstens zeitweise - dem irdischen Jammertal entzogen und 1336 als erster "Tourist" den Mont Ventoux erklommen. Wobei wir wieder bei den Mythen des Radfahrens wären, aber das ist - bei Sloterdijk! - eine andere Geschichte ...

Montage: Norbert Diehl

Bonn und das "Haus der Geschichte"

Einpacken und vor dem Fahrradmuseum wieder aufstellen ...

In der Vorweihnachtszeit, die auch für die Mittwochsgruppe eine "stille Zeit" ist, stand ein Ausflug nach Bonn auf dem Plan. Mit dem Rheinland-Pfalz-Ticket ging's von Mainz und Gau-Algesheim mit einem Zwischenhalt in Koblenz in die alte Bundeshauptstadt, die sich weder von ihrer Vergangenheit verabschiedet hat, noch in ihr verharrt. Vor der Fahrt mit der U-Bahn zum Haus der Geschichte in der Willy-Brandt-Allee stärkten sich die Ausflügler "Em Höttche", einem historischen Gasthaus am Bonner Rathaus.

Im Haus der Geschichte wimmelte es von Besuchern, jungen und alten, Einzelbesuchern, Schulklassen und Gruppen. Der Weg führte durch die deutsche Geschichte von 1933 bis in die Gegenwart. Die Dauerausstellung des Museums präsentiert Politik-, Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte, wichtige Trends in Kunst und Kultur sowie Lebensbedingungen des Alltags. Rund 7.000 Exponate - Gegenstände, Dokumente, Fotos und Medien - stehen zueinander in Beziehung, sind in Szenen und Ensembles zusammengestellt. Die Bandbreite der Ausstellungsstücke reicht vom ersten Adenauer-Dienstmercedes, Teile des Originalmobiliars des ersten Deutschen Bundestages über ein Original-Kino aus den fünfziger Jahren bis zum 68er-Wasserwerfer, dem Haftbefehl für Erich Honecker und der ersten Green Card für einen ausländischen Arbeitnehmer.

Die Besucher aus Rheinhessen entdeckten viele Berührungspunkte zur eigenen Lebensgeschichte in der Kriegs- und Nachkriegszeit, manche Exponate gaben Impulse, sich zu erinnern und die eigenen Wahrnehmungen in Frage zu stellen.

Durch das alte Regierungsviertel und am Rhein entlang ging es zu Fuß in die Bonner Altstadt zurück. Zu mehr einem kurzen Verweilen und einem Becher Glühwein lockte der Weihnachtsmarkt nicht. Als man mit dem Zug in Koblenz einfuhr, stand der Anschlusszug schon bereit, der die Ausflügler wieder nach Hause brachte.

Ausflug zur Konstantin-Ausstellung nach Trier

Vor dem 65 t schweren Domstein aus Odenwälder Granit (Foto: Albert Weis)

Der Besuch von Trier und der Konstantin-Austellung im Rheinischen Landesmuseum gab dem Museumsteam viele Hinweise für die Ausstattung und Präsentation des eigenen Museums. Trier, auch an einem Werktag in den Sommerferien ganz auf den Tourismus eingestellt, setzt mit dem monumentalen Konstantinfuß vom Bahnhofsvorplatz über das Stadtmuseum Simeonsstift an der Porta Nigra, dem Bischöflichen Diözesanmuseum  und der beeindruckenden Konstantinbasilika bis hin zum Rheinischen Landesmuseum wegweisende Akzente für ihre Gäste. Das Rheinhessische Fahrradmuseum ist dagegen immer noch eher eine Zufallsbekanntschaft für auswärtige Besucher, die erst auf dem Marktplatz oder in der Rathausscheune von ihm erfahren.

Eine Ausstellung für große Besuchergruppen zu organisieren, wirft sicher spezifische Probleme auf; aber es mutet schon ein wenig gespenstisch an, wenn die Individuen mit einem Audio Guide am Ohr ausgestattet durch die Ausstellungsräume geschoben werden. So lernte das Museumsteam auch Vorzüge eines kleinen ehrenamtlich geführten Museums zu schätzen.