1999
Die jungen Radballer Peter Gerharz und Christian Hemmkeppler qualifizieren sich für die Deutschen Schülermeisterschaften in Frankfurt-Höchst, belegen dort aber nur den letzten Platz. Die Stadt Gau-Algesheim würdigt ihre Leistungen bei der Sportlerehrung im Rathaus.
Der diesjährige Familienausflug führt die Radsportler nach Bad Wimpfen und zum Deutschen Zweiradmuseum in Neckarsulm. Die Vorbereitungen des Rheinhessischen Fahrradmuseums erhalten weitere Impulse.
Das 25. Gau-Algesheimer Volksradfahren am 12. September mit einem Bike&Gun-Wettbewerb und einer eigenen Route für Inline-Skater lockt über 700 Teilnehmer an die Radsporthalle. Seit 1975 haben fast 24.000 Radsportfreunde am Gau-Algesheimer Volksradfahren teilgenommen.
2000
Peter und Matthias Schön beschließen die Saison mit dem Meistertitel in der Radball-Oberliga Rheinland-Pfalz. Stefan Bieber gewinnt die Rheinland-Pfalz-Pokal im Einer-Kunstfahren der Junioren, verfehlt die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften aber knapp. Ines Gläser dagegen fährt zu den Deutschen-Schüler-Meisterschaften am 17. und 18. Juni nach München. Die Stadt Gau-Algesheim ehrt Stefan Bieber und Ines Gläser für ihre sportlichen Leistungen.
Nach einer langen Pause veranstaltet der RSV wieder eine Fastnachtsparty am 5. März 2000. Unter dem Motto: "Es jung Gemüs' vom RSV" nimmt der Radsportverein am Fastnachtsumzug teil.
Der plötzliche Tod von Hans Joachim (* 17. Januar 1932) am 26. März löst Bestürzung und Trauer bei vielen Freunden des Radsports aus. Seinem Verein seit 1946 verbunden, stellte der gelernte Schlosser sein handwerkliches Können zuletzt als Hallenverwalter, seine Eindeutigkeit und Gradlinigkeit als Schiedsrichter sowie sein Organisationstalent als Radballfachwart der IG Rheinland-Pfalz über mehr als fünf Jahrzehnte in den Dienst des Hallenradsports. Das Amt als Bundesschiedsrichter konnte er nur wenige Jahre ausüben, z.B. bei der Weltmeisterschaft 1967 in Baden-Wettingen/CH, weil ihn eine schwere Krankheit zwang, seine sportliche Laufbahn zu beenden. Hans Joachim war weit über die Grenzen des Vereins und des Verbandes hinaus bekannt. Der Bund Deutscher Radfahrer zeichnete ihn 1974 in Bad Lauterberg "für besondere Verdienste um den Radsport" mit der Goldenen Ehrennadel des BDR aus.
Mit der Renovierung des Hallendaches im Mai/Juni wird die nächste Etappe der Hallensanierung eingeläutet. Fenster und Holzverschalung werden in Eigenleistung gestrichen.
Die Wirtschaftskommission organisiert für Mitglieder und Freunde des RSV an jedem letzten Donnerstag im Monat einen Stammtisch in der Radsporthalle.
Dem Förderverein "Rheinhessisches Fahrradmuseum im Kurmainzer Schloss Ardeck Gau-Algesheim" treten am 21. November im Rathaus am Marktplatz als Gründer 20 Personen bei:
2001
Bei der Jahreshauptversammlung spricht der Vorsitzende Norbert Diehl Worte des Dankes und der Anerkennung an die beiden ausscheidenden Vorstandsmitglieder Rudi Deister und Quirin Ewen. Rudi Deister stellte dem Verein seine Dienste und seinen Rat als Schriftführer, Organisator des Volksradfahrens und Beisitzer über 28 Jahre zur Verfügung. Die Jahreshauptversammlung ernennt ihn auf Grund seiner Verdienste zum Ehrenmitglied. Quirin Ewen gehört dem Vorstand seit dem 9. März 1979 an. Keine Mühe ist ihm zuviel, wenn es gilt, für den Verein bereit zu stehen und die Gerätschaften seines Betriebes zur Verfügung zu stellen. Beide sehen sich, wie Rudi Deister es in einem Dankeswort ausdrückte, in der Reihe ihrer Vorfahren, die den Verein seit seiner Gründung im Jahre 1898 unterstützen. Hermann Schön und Bernd Hassemer rücken in den Vorstand als Beisitzer nach.
Die erste Mitgliederversammlung des Fördervereins „Rheinhessisches Fahrrad-Museum“ findet am 21. März im Rathaus am Marktplatz statt. Der Vorstand setzt sich folgendermaßen zusammen: 1. Vorsitzender
Der 17jährige Schüler des Stefan-George-Gymnasiums Stefan Bieber gewinnt am 1. April bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Kunstradsport in der Schloss-Ardeck-Sporthalle überraschend den Titel im Einer-Kunstfahren mit 301,05 Punkten und qualifiziert sich für die Deutschen Meisterschaften am 19. und 20. Mai in Kornwestheim. In hervorragender Form zeigt sich Ines Gläser. Beim Ländervergleichkampf mit Bayern in Wendelstein punktete sie für Rheinland-Pfalz mit 268,21 von aufgestellten 274,0 Punkten und einem 4. Rang, beim Rheinhessen-Pokal erreicht sie den 2. Platz mit 263,40 Punkten. Bei den Landes-Schülermeisterschaften In Bockenau schließlich lässt sie nur Sandra Bücher vom RV Klein-Winternheim den Vortritt und sichert sich mit 270,04 Punkten die Vizemeisterschaft und die Qualifikation zur Deutschen Schülermeisterschaft am 9. und 10. Juni im niederbayrischen Burghausen. Für ihre Leistungen im Jahre 2001 ehrt die Stadt Gau-Algesheim Ines Gläser und Stefan Bieber am 23. November.
Da sind sich alle einig, die zur Einweihung der renovierten Radsporthalle am 11. Mai in die Appenheimer Straße gekommen sind: das neue Gesicht der Radsporthalle, das sich den Besuchern bei sportlichen und geselligen Veranstaltungen bietet, vereinigt in geglückter Weise Funktionalität und Freundlichkeit. Stadtbürgermeister
2002
Mit ihren Verbandstagen sind in diesem Jahr Ehrengilde des Radsportvereins Rheinhessen und der Radsportverband Rheinland-Pfalz in der Radsporthalle zu Gast.
Nach der Einweihung des Schlosses Ardeck durch Staatssekretär Karl Peter Bruch am 16. März wird am 21. April das Rheinhessische Fahrradmuseum eröffnet. Sternfahrer von rechts und links des Rheins, aus der Pfalz und aus dem Westerwald und insgesamt über 1.000 Besucher geben der Einweihungsfeier einen festlichen Rahmen. Bei herrlichem Wetter und in Anwesenheit von Sylvia Schenk, der Präsidentin des Bundes deutscher Radfahrer, des Präsidenten des Sportbundes Rheinhessen Herbert W. Hofmann, des Kulturdezernenten der Stadt Mainz Peter Krawietz sowie Repräsentanten des kommunalen Lebens genießt das Publikum Sport und Musik, Unterhaltung und Geselligkeit rund um das Museum. Die Wirtschaftskommission des RSV bekommt für die Bewirtung der Gäste nur Lob zu hören. Internationaler Museumstag: In einer Sonderausstellung anlässlich des Internationalen Museumstages am 12. Mai zeigt das Rheinhessische Fahrradmuseum Bilder, Dokumente, Pokale und Auszeichnungen aus der Geschichte des drittältesten rheinhessischen Radsportvereins, des RSV 1898 e.V. Gau-Algesheim.
Aus der Abteilung Radrennsport und Breitensport des Radsportvereins 1898 e.V. Gau-Algesheim nehmen am 14. September die Radsportler Britta, Erich und Jan Rösch am Radsporttag auf dem Hockenheimring teil. Britta Rösch erreicht auf dem windigem und kurvenreichem Kurs bei den Seniorinnen mit einem Stundenmittel von 32,73 km/h in 49:29 min einen hervorragenden 2. Platz. Erich Rösch kann sich bei den Senioren mit einem Stundenmittel von 31,73 km/h auf dem 54. Rang platzieren, Junior Jan Rösch lässt in der Hauptklasse der Männer mit einem Stundenmittel von 39,43 km/h und dem 62. Platz über 100 Teilnehmern hinter sich.
Akzente im Sportbetrieb setzt die junge Kunstfahrerin Lisa Hattemer, die zu recht als erfolgreiche Sportlerin am 22. November durch die Stadt geehrt wird, nachdem sie von der Kreismeisterschaft bis zur Rheinland-Pfalz-Meisterschaft alle Titel im Einer-Kunstfahren ihrer Altersklasse errungen hat. Peter und Matthias Schön beteiligen sich nach dem Titelgewinn in der Radball-Oberliga Rheinland-Pfalz an den Aufstiegskämpfen in Ailingen/Bodensee und Hamburg, verfehlen aber den Sprung in die 2. Bundesliga nur knapp.
2003
Beim Verbandstag des Radsportverbandes Rheinhessen in der Sängerhalle von Saulheim werden die Breitensportler Britta und Erich Rösch für ihre Leistungen während der Saison 2003 durch den Präsidenten Jakob Bugner geehrt.
Das Rheinhessische Fahrradmuseum im Schloss Ardeck hat entscheidende Impulse durch Mitglieder des Radsportvereins Gau-Algesheim erfahren: die Vorbereitung von Exponaten durch die kreative und handwerklich geschickte „Mittwochsgruppe“, das gelungene Eröffnungsfest, dessen Fäden das RSV-Team in Händen hält, sowie die kenntnisreichen Führungen der Museumsbesucher durch den Museumsleiter Prof. Dr. Rösch und seine Helfer. Das regionale Sportmuseum ergänzt sein Programm durch zwei Sonderausstellungen: unter dem Titel „Räder für die Welt“ informiert die eine über die Fahrradproduktion der Adam Opel AG vom Hochrad (1887) bis zum NSU-Opel-Damenrad von 1937; die andere erinnert mit ausgewählten Exponaten an „100 Jahre Tour de France“. Seit 1903 veranstaltet, begeistert die Tour de France heute viele Menschen in aller Welt. Das Fahrradmuseum zeigt Dokumente aus den Sammlungen von Rudolf Hoidn (Simmern) und Albert Weis (Mainz), u.a. das Gelbe Trikot von Bernard Thévenet, das Grüne und rot-weiss-gepunkete Trikot von Marcel Wüst, ein Telekom-Trikot mit Unterschriften von Jan Ullrich, Erik Zabel, Jens Heppner und Udo Bölts, die Zeitfahrmaschine Laurent Jalaberts, dazu viele Statistiken und tolle Bilder zur Geschichte der Tour. Als Radsportverein aus der Region präsentiert das Fahrradmuseum in diesem Jahr den Radfahrerverein 1899 e.V. Wörrstadt. Objekte der Ausstellung sind u.a. der „Goldpokal“ des in den 60er Jahren erfolgreichsten Vereins im Kunstfahren, Siegerschleifen und Bilder der Asse, die den Namen ihrer Gemeinde weit über die Grenzen Rheinhessens und Deutschlands hinaus bekannt gemacht haben.
Als Südwest-Meister im Fünfer-Radball reisen am 15. Juni Peter Gerharz, Matthias und Michael Hassemer, Sebastian Kaiser, Florian König, Matthias und Peter Schön samt ihren Betreuern Bernd Hassemer, Rainer Kaiser und Herrmann Kölsch zu den Spielen um den Aufstieg in die 5er-Radball-Bundesliga nach Kulmbach. Obwohl der Sprung in die oberste Spielklasse nicht gelingt, haben sich die Sportler die Ehrung durch Stadtbürgermeister
2004
Am ersten Sonntag der Sommerferien starten fast 60 Mitglieder und Freunde des Radsportvereins zur 1. Car&BikeTour ins deutsch-französische Grenzgebiet. Eine Autokolonne von 15 Fahrzeugen bringt die Teilnehmer zunächst ins südwestpfälzische Dahn. Wolfgang Schneider hat eine Route ausgesucht, die durchs Tal der Wieslauter ins elsässische Weissenburg führt und die sich bei Fahrradfreunden wegen ihrer landschaftlichen Schönheiten besonderer Beliebtheit erfreut. Auf befestigten Radwegen ohne nennenswerte Steigungen fahren die Radler über ca. 24 km durch Wiesen und Kühle spendende Wälder entlang des kleinen Flüsschens. Freundliche Gasthöfe, wie das „Bahnhöfl“ Bundenthal-Rumbach laden zur Rast und Erfrischung ein. Trotz ihrer Größe legt die Gruppe ein flotte Tempo an den Tag und erreicht nach gut anderthalb Stunden den zentralen Ort des Arrondissemonts Wissembourg, dessen Straßen und Gässchen mit zum Teil pittoresken Häusern sich an der Lauter aufreihen, in den Schutz der Stadtbefestigung ducken und sich um die Abteikirche St. Peter und St. Paul oder die zahlreichen Plätze gruppieren. Für das Gelingen des Ausfluges haben die Teilnehmer in Alter zwischen zwei und 72 Jahren selbst gesorgt. Ein besonderer Dank gilt Wolfgang Schneider, Hermann Schön und Emil Busch, die bei der Planung und Durchführung des Unternehmens eine glückliche Hand bewiesen.
Als Helmut Fastner gegen 13.00 Uhr einen Strich unter die Aufstellung der Teilnehmer am 30. Gau-Algesheimer Volksradfahren zieht, weiß er, dass sich die Anstrengungen der über 80 Helferinnen und Helfer gelohnt haben: 770 Freunde des Radfahrens sind bei nahezu idealem Wetter auf die 26 km lange Rundstrecke gegangen, nachdem Stadtbürgermeister Dieter Faust pünktlich um 9.00 Uhr den Startschuss gegeben hat. Das Team des RSV, angeführt von Helmut Fastner, Rainer Kaiser, Detlef Schaubruch, Christiane und Peter Schön sowie der Vorsitzenden der Wirtschaftskommission Silke Zachrich, zeigt sich allen Anforderungen gewachsen. Die Spielgemeinschaft des Musikzuges Gaulsheim/Gau-Algesheim und der Katholischen Kirchenmusik Kempten unter dem Dirigenten Sebastian Hamann erfreut die Gäste mit populären Melodien und für die Kleinen bieten
Bei der Sportlerehrung, die Stadtbürgermeister Dieter Faust und die sporttreibenden Vereine in neuer Form durchführen, werden die 12-jährige Lisa Hattemer, die von ihrer Trainerin Pia Bischel vorgestellt wird, für ihre Teilnahme an den Deutschen Schülermeisterschaften in Moers und der 75-jährige Heinz Schaubruch, den Vorstandsmitglied und SWR-Radexperte Hermann Schön präsentiert, für seine sportlichen Leistungen als Straßenfahrer gewürdigt.
2005
Mit dem Stabwechsel von den Vorsitzenden Norbert Diehl und Wolfgang Schneider auf Hermann Schön und Bernd Hassemer und einer deutlichen Verjüngung des Vorstandes setzt sich der Generationswechsel beim Vorstand des Radsportvereins 1898 fort. In der gut besuchten Jahreshauptversammlung am 18. Februar legte der Vorstand ein Zukunft weisendes Konzept für die Entwicklung des Vereins vor. Wolfgang Schneider fand die richtige Worte, als er dem bisherigen Vorsitzenden im Namen des Vorstandes und der Mitglieder herzlich dankte. Norbert Diehl sei dem Verein seit 50 Jahre verbunden und habe auch während des Studiums und der Berufstätigkeit in Münster und im Westerwald die Verbindung nie abreißen lassen. Eine Installation mit dem Motto „Dein Wort hat immer für uns Gewicht“ brachte den Dank und Erwartung auf den Punkt. Für 25 Jahre Mitgliedschaft im Verein wurden Theo Kronenberger und Axel Schmidt mit der Silbernen Vereinsnadel und für 40 Jahre Mitgliedschaft Karl Eckart, Quirin Ewen und Hans-Georg Scheurer mit der Goldenen Vereinsnadel ausgezeichnet. Nach 50 Jahren Mitgliedschaft reihen sich Gerhard Bolenz, Norbert Diehl, Otto Schmitt und Peter Wald unter die Ehrenmitgliedern ein.
Eine besondere Ehrung erfuhr Wolfgang Schneider. Der als langjähriger Bundesliga-Spieler im Zweier-Radball und Deutscher Meister im Sechser-Rasenradball erfolgreiche Sportler wird erster Träger der von Norbert Diehl gestifteten „Dr. Quirin Mayer Medaille“, die nach dem ersten Vorsitzenden des RSV (1898-1903) benannt ist. Wolfgang Schneider bekleidete in 30 Jahren Vorstandsarbeit die Ämter des Pressereferenten, des Sportausschussvorsitzenden und zuletzt des 2. Vorsitzenden.
Der Verbandstag des Radsportverbandes Rheinland-Pfalz fand erneut in der Gau-Algesheimer Radsporthalle statt. Die Versammlung unter dem Vorsitzenden Udo Rudolf beschloss, künftig nur noch alle zwei Jahre, aber immer in Gau-Algesheim den ordentlichen Verbandstag durchzuführen.
Angeführt vom Vorsitzenden Hermann Schön und dem Verantwortlichen für Breitensport Wolfgang Schneider fuhr eine zwanzigköpfigen Gruppe auf für jung und alt gleichermaßen geeignetem Wegen an Rhein und Main entlang nach Frankfurt-Höchst. Höchst und Gau-Algesheim erinnern sich in diesem Jahr der gemeinsamen Stadterhebung vor 650 Jahren. Zu den Teilnehmern zählten Stadtbürgermeister Dieter Faust, der Beigeordnete Franz-Josef Herter mit der ganzen Familie und der RSV-Ehrenvorsitzende Werner Schön. Am Hotelschiff Schlott zwischen Niddamündung und Personenfähre erwartete Hubertus Hannappel, der 1. Vorsitzende des Radfahrvereins Germania-Tempo 1997 e.V. Höchst, die Gäste aus Rheinhessen. Hermann Schön überreichte Hubertus Hannappel ein Weinpräsent und einen der raren Vereinswimpel aus dem Jubiläumsjahr 1998 und lud den Höchster Radsportverein, der schon einmal in der Ballsporthalle die Deutschen Schülermeisterschaften im Hallenradsport durchgeführt hatte, zum Gau-Algesheimer Volksradfahren im September ein.
Ungeschlagen beendeten die Fünfer-Radballer des RSV 1898 die Vorrunde der Bundesliga-Aufstiegsspiele und qualifizierten sich für die Endrunde, in der acht Mannschaften in zwei Gruppen die beiden Aufsteiger ermitteln. Die zahlreichen Zuschauer in der Schloss-Ardeck-Halle sahen guten Sport und mancher dürfte gestaunt haben, welche Rasanz und welche Spannung die Spieler in den Begegnungen über 2x15 Minuten in Szene setzten. Als der RSV-Vorsitzende Hermann Schön 14 Tage später die Fünfer-Radball-Teams anlässlich der Finalrunde zum Aufstieg in die Radball-Bundesliga wieder in der Schloss-Ardeck-Halle willkommen hieß, waren die Zuschauertribünen gut besetzt. Den Aufstieg so nahe vor Augen – das 0:0-Unentschieden hätte Gau-Algesheim gereicht – waren die Spieler zunächst einmal enttäuscht. Doch Hermann Kölsch als Betreuer und der Vorsitzende Hermann Schön mussten nicht lange trösten. Der lang anhaltende Beifall des Publikums sagte es deutlich: Dem Radsport im allgemeinen und der Disziplin Fünfer-Radball im besonderen haben die engagierten Spieler des RSV 1898 und die Gastmannschaften neue Freunde gewonnen.
Vom 17.- 19. Juni fuhren fünf Radsportlerinnen in Verantwortung und Begleitung von Anke Feller-Breier und dem Vorstandsmitglied der Gesellschaft für internationale Verständigung Maggy Sarg zu einem Sportfest nach Saulieu. Eine freundliche Aufnahme in Familien und ein gemeinsames Abendessen mit den Gästen aus der belgischen Partnerstadt Philippeville gingen dem ersten sportlichen Auftritt voraus: Franziska Sarg startete im Einer-Kunstfahren, auf dem Einrad folgten Ellen und Katja Breier, Klara Imkamp und Franziska Sarg, ehe Lisa Hattemer den Reigen mit ihrem Meisterschaftsprogramm beschloss. Da die Mehrzahl der französischen Radsportvereine im Elsass angesiedelt ist, beeindruckten die Übungen der jungen Radsportlerinnen das Publikum außerordentlich.
Wohl niemand war im Wettbewerb Einer-Kunstfahren der Schülerinnen bei den Deutschen Schülermeisterschaften in Rösrath unglücklicher als Lisa Hattemer selbst. Mit einer aufgestellten Punktzahl von 276,40 Punkten bei einer Bestleistung vom 268,80 Punkten hatte sie sich in der oberen Hälfte von 26 qualifizierten Sportlerinnen vorgestellt. Dann aber ging schief, was nur schief gehen konnte: schon bei der ersten Übung ging ihr Rad die Dynamik nicht mit, die Lisa einsetzte. In der zweiten Hälfte der 5-Minuten-Kür purzelten dann die Punkte und Plätze, so dass es der Betreuerin Pia Bischel und den Eltern nur schwer gelang, die enttäuschte Sportlerin zu trösten. Daher bekam sie auch nicht mit, dass sich ihre Freundin Corina Werner überraschend, aber hoch verdient mit 285,84 Punkten den Meistertitel ins pfälzische Lingenfeld holte.
Beim diesjährigen Rheingauer Mountainbike Marathon über 60 km und 1.500 Höhenmeter ging auch ein RSV-Team aus Mitgliedern des RSV 1898 und Mitarbeitern von „Schön Fahrräder“ in den rot-weißen Farben an den Start. Die Anstiege und Abfahrten an der Südseite des Taunus hatten 1001 Mountainbikern aus der Region, aber auch aus Oberhessen, dem Odenwald und der Pfalz angelockt. Welche Anforderungen an die Fahrerinnen und Fahrer gestellt wurden, zeigen die auf 826 geschrumpfte Zahl der Ankommenden („Finisher“) und die Zeitabstände zu den Siegern in der Hauptklasse der Männer (2:22:20), der Frauen (2:51:43) und in der Seniorenklasse (2:35.31). Auf ganz ungewohnten Terrain bestanden auch die RSV-Radballer den Test und konnten sich darüber freuen, alle Kräfte mobilisiert und das Ziel in Kiedrich erreicht zu haben. Das mit Abstand beste Ergebnis der „Rot-Weißen“ erzielte Alexander Mohr, der Verkaufsleiter von „Schön Fahrräder“, mit 03:07:20 Stunden.
50 Mitglieder und Freunde des RSV 1898, darunter Stadtbürgermeister Dieter Faust und die drei Vorsitzenden, die den Verein seit 1967 geführt haben, starteten am ersten Feriensonntag zur 2. Car&BikeTour, die von Konz entlang der Sauer vom rheinland-pfälzischen Konz zum luxemburgischen Echternach. Ingredienzien des Unternehmens waren ganz einfach: das klassische Duo der Mobilität Fahrrad und Auto, die rheinhessische Trias Weck, Worscht und Wei, auf der Rückfahrt kamen leider noch heftige Regenschauer hinzu. Das Zentrum der ältesten Stadt im Großherzogtum dominieren auf römischen Fundamenten Kloster und Basilika. Am Ende des 7. Jh. durch den Mönch Willibrord gegründet, entwickelte sich Echternach zu einem Zentrum zwischen Eifel und Ardennen.
Der Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess innerhalb des Vorstandes und der Mitgliedschaft des Radsportvereins hat Monate gedauert, die Anlage selbst war innerhalb von zwei Wochen montiert und in Betrieb gestellt. Mit einer Photovoltaik-Anlage, deren 132 Module 170 qm auf der Südseite des Daches bedecken, hat ein neuer Abschnitt in der 45jährigen Geschichte der Gau-Algesheimer Radsporthalle begonnen. Ohne Emissionen, Abfall, Lärm und nennenswerten Verschleiß wandelt die Anlage die Strahlung der Sonne in Strom um. Die Firmen Gedea-Ingelheim GmbH und Dachdeckerei R. Heinen aus Bingen-Gaulsheim sowie Elektromeister Klaus Schmitt schafften die Installation der Anlage rechtzeitig vor dem 31. Gau-Algesheimer Volksradfahren. Die Teilnehmer und Besucher der Veranstaltung hatten so Gelegenheit, sich vor Ort und aus erster Hand über den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen der Solarstromanlage zu informieren.
Bei der Sportlerehrung der Stadt wurden die Vereinsmitglieder Britta und Erich Rösch von Stadtbürgermeister Dieter Faust und dem RSV-Vorsitzenden Hermann Schön für ihre hervorragenden Leistungen in der Radtouristik geehrt.
2006
Die erste Jahresbilanz des 2005 neu formierten Vorstandes unter Hermann Schön und die Ehrungen verdienter Mitglieder standen im Mittelpunkt einer gut besuchten Jahreshauptversammlung des Radsportvereins. Werner Schön, Vorsitzender des Vereins von 1967 bis 1993, wurde mit der "Dr. Quirin Mayer Medaille" für besondere Verdienste um den Radsportverein 1898 ev. Gau-Algesheim ausgezeichnet. Der Geehrte war sichtlich bewegt, als Norbert Diehl seine Verdienste in Erinnerung rief und Hermann Schön ihm die höchste Anerkennung, die der Radsportverein vergibt, überreichte. Schön bedankte sich bei seiner Familie und einzelnen Mitgliedern des Vereins, die es ihm möglich gemacht hätten, über Jahrzehnte im Radsportverein Gau-Algesheim Verantwortung zu übernehmen. Die silberne Vereinsnadel erhielten Bianca Bischel, Winfried Bischel und Sieglinde Schön, die goldene Vereinsnadel Helmut Breier, Martin Halfmann und Philipp Weis. Für 50 Jahre im Verein wurden Rudi Deister und Willi Leitzig, für 60 Jahre Karlheinz Leoff und Herbert Scheurer geehrt.
Unter den sportlichen Erfolgen ist vor allem der 3. Platz von Lisa Hattemer im Einer-Kunstfahren bei den Deutschen Schülermeisterschaften in Ludwigslust zu nennen. Von Platz 4 gestartet, brachte sie von den aufgestellten 285,40 276,26 Punkte aufs Parkett und gewann bei der 3. Meisterschaftsteilnahme die Bronzemedaille. In der Radball-Oberliga eroberten Peter und Matthias Schön ein weiteres Mal die Tabellenspitze und den Meistertitel und können sich darüber freuen, dass mit Michael Hassemer und Florian König als Aufsteiger aus der Verbandsliga in der Saison 2006/07 eine 2. Gau-Algesheimer Mannschaft in der Oberliga spielt. Die 5er-Radballer qualifizierten sich als Südwest-Meister für die 1. Finalrunde zum Bundesliga-Aufstieg in Denkendorf, wo sie mit zwei Siegen und zwei Niederlagen den 3. Platz erreichten, aber den Schritt in die 2. Finalrunde verpassten. Eine gute Figur machten Alexandra Hassemer im Einer-Kunstfahren und der von
„Talente nach vorne“ hieß die Aktion, die der Radsportverein in Zusammenarbeit mit der Schloss-Ardeck-Grundschule durchführte. Mit Julia Sprinkmeier vom RSV Mainz-Ebersheim, die beim Radsportverband Rheinhessen ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte, präsentierte eine Sportlerin die Sportart, in der die Rheinhessen in den letzten Jahren an die nationale und internationale Spitze aufgerückt sind
Die zum ersten Mal veranstaltete „Geburtstagstour“ des RSV im Mai führte zur Eremitage im Guldenbachtal (Gründungstag: 23. Mai 1898), die 3. Car&BikeTour am ersten Feriensonntag: entlang von Nahe und Glan von Bad Münster am Stein nach Meisenheim und zurück.
Am 31. Gau-Algesheimer Volksradfahren nahmen 600 Freunde des Radfahrens und des Radsportvereins teil. Die Erinnerungsmedaille schmückte das Logo der „Rheinwelle“. Nach dem Motto "Volksradfahren statt Gameboy", hat der Radsportverein einen Pokal für die stärkste Gruppe der Schloß-Ardeck-Grundschule ausgeschrieben. Die Klasse 4b eroberte den Siegerpokal der Mainzer Volksbank mit 61 Teilnehmern. Für 41 Schüler und Eltern erhielt die Klasse 4a einen Karton mit Traubensaft und Süßigkeiten. Die Messdiener der katholischen Kirchengemeinde zeichneten sich als die größte Gau-Algesheimer Gruppe aus. Die stärkste Gruppe aus der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim wurde von Verbandsbürgermeister Link der RSV Appenheim geehrt.
Beim Verbandstag des Radsportverbandes Rheinhessen in der „Rhoischnook“ von Rheindürkheim wurden drei Mitglieder des Radsportvereins 1898 geehrt: Britta Rösch bewies mit 9.000 absolvierten Kilometer auch in diesem Jahr, dass sie in ihrer Gruppe keine Konkurrentin fürchten muss. „In Anerkennung der Verdienste um die Pflege und Förderung des Sportes“ verlieh der Wormser Sportkreisvorsitzende Günter Schnee die Silberne Ehrennadel des Sportbundes Rheinhessen dem Leiter des Fahrradmuseums Heinz-Egon Rösch und dem ehemaligen Vorsitzenden des Radsportvereins Norbert Diehl.
Bei der Sportlerehrung der Stadt wurde Lisa Hattemer von Stadtbürgermeister Dieter Faust für ihre Leistungen im Sportjahr 2006 und die Bronzemedaille bei den Deutschen Schülermeisterschaften in Ludwigslust ausgezeichnet. Die Laudatio hielt ihre Trainerin Pia Bischel.
2007
Zu seinem Verbandstag konnte der Radsportverband Rheinland-Pfalz den BDR-Präsidenten Rudolf Scharping in der Gau-Algesheimer Radsporthalle begrüßen.
Für Lisa Hattemer vom einheimischen Radsportverein verliefen die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Junioren im Kunstradfahren außerordentlich erfolgreich. In der gut besuchten Radsporthalle gewann sie mit 305,25 Punkten den Titel deutlich vor Corina Werner vom RV Lingenfeld, die über ihre Leistung (287,35 Punkte) selbst am meisten enttäuscht war. Mit dieser Leistung und erfolgreichen Platzierungen bei den Junior Masters in Nufringen, Schwanewede und Niedernberg qualifizierte sich Lisa Hattemer für die Deutschen Meisterschaften der Junioren in Gießen, wo sie schließlich einen guten 8. Platz belegte.
Die 4. Car&BikeTour am ersten Sonntag in den Sommerferien führte zum Maifeld. Vom Treffpunkt an der Radsporthalle Gau-Algesheim Abfahrt starteten 34 Freunde des Radfahrens und des RSV mit dem Auto nach Münstermaifeld. Die Strecke auf dem „Maifeld- und Schieferradweg“ führt ohne nennenswerte Steigungen über die ehemalige Eisenbahnstrecke von Münstermaifeld über Mertloch und Polch nach Mayen (Streckenlänge incl. Rückfahrt ca. 45 km). Sehenswert sind neben dem alten Bahnhof Polch (mit Biergarten) die beiden Tunnelbauten bei Hausen (ca. 500 m bzw. 250 m lang) sowie die Brücke über die Nette (Höhe 31 m) und die Kreisstadt Mayen im Zentrum der Osteifel. Das historisch interessante Stadtbild wird durch die Genovevaburg oberhalb des Marktplatzes, deren wuchtigen Goloturm und vor allem durch das Wahrzeichen der Stadt, den schiefen Turm der St. Clemenskirche, geprägt.
Nimmt man alles zusammen, dann waren es exakt 461 Radlerinnen und Radler, gut 80 Helferinnen und Helfer des RSV, der Freiwilligen Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes sowie ungezählte Gäste, die am 33. Gau-Algesheimer Volksradfahren teilnahmen sowie das vielfältige gastronomische Angebot und die Unterhaltung rund um die Radsporthalle suchten. Stadtbürgermeister Dieter Faust, die Beigeordneten Bernhard Gerster, Franz-Josef Herter und Manfred Pies sowie zahlreiche Mitglieder von Stadt- und Verbandsgemeinderat, Verbandsbürgermeister Dieter Linck, Ehrenbürger und Vereinsringpräsident Theo Hattemer, Vereinsvorsitzende aus der Stadt und der Nachbarschaft bis hin zum Vorsitzenden des Radsportverbandes Rheinhessen Jakob Bugner – das nach wie vor größte rheinhessische Volksradfahren unter der Regie des Radsportvereins 1898 e.V. wurde seinem eigenen Anspruch wieder gerecht: bei herbstlichem, aber trockenem Wetter nahmen die Teilnehmer, darunter auch Gäste aus den thüringischen Partnergemeinden Neudietendorf und Stotternheim, die schöne Strecke durch die Rheinebene unter die Pedale und genossen anschließend in der Radsporthalle, auf dem benachbarten Parkplatz und der abgesperrten Appenheimer Straße unterhaltsame Stunden.
2008
Zur Jahreshauptversammlung des Radsportvereins 1898 konnte der Vorsitzende Hermann Schön zahlreiche Mitglieder begrüßen. Darunter waren viele, die für eine langjährige Mitgliedschaft zu ehren waren. Der guten Bilanz sportlicher Erfolge stand ein spürbarer Mangel an Übungsleitern gegenüber. Der Vorsitzende beklagte die Kürzung des städtischen Zuschusses von 500,- auf 160,-€ und sieht das Engagement des Vereins, von dem auch die Stadt und ihre Bevölkerung einen Gewinn haben, wenig gewürdigt.
Ein besonderer Gruß galt dem Ehrenvorsitzenden Werner Schön, den Ehrenmitglieder und Wolfgang Schneider als dem ersten Träger der Dr. Quirin Mayer Medaille. Den anwesenden weiblichen Vereinsmitgliedern überreichte der Vorsitzende eine Rose. Die Versammlung gedachte der verstorbenen Mitglieder Maria Schaberger und Hanns Wantzen sowie des langjährigen aktiven Radsportlers und Vorstandsmitgliedes Heinz Kleisinger. Die Jahresberichte des Vorsitzenden, der Fachwarte für Kunstradfahren (
Die beiden Vorsitzenden Hermann Schön und Bernd Hassemer überreichten den Jubilaren die Ehrennadeln und Urkunden: Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Hans Feser, Hans Fleckenstein und Emil Hattemer, für 40 Jahre Erich Göbl, Thomas Hollenbach und Manfred Hassemer geehrt. Seit 25 Jahren gehören Otto Abel, Manfred Abrecht und Petra Schön dem Verein ein. Anerkennung und Dank erfuhr der Finanzreferent Klaus Hattemer für 25 Jahre Vorstandsarbeit durch den Ehrenvorsitzenden Werner Schön.
Wolfgang Schneider informiert die Versammlung über den geplanten Austausch des Hallenbodens und zeigt ein Musterstück des flächenelastischen Bodens. Die Erneuerung des Bodens ist für Mitte Mai geplant. Am 23. Mai 2008 feiert der Radsportverein Gau-Algesheim seinen 110. Geburtstag und präsentiert einen Querschnitt seiner Geschichte im Rheinhessischen Fahrradmuseum. Mit dem gemeinsamen Lied „Die Fröschelcher“ und einem herzhaften Imbiss schloss die Versammlung.
Fast 100 Sportler aller Altersklassen auch von jenseits der Verbandsgrenzen hatten zur Rheinhessen Open gemeldet. Helferinnen und Helfer unter der Leitung von
Von den anderen einheimischen Radsportlern platzierte sich Nico Budavari auf einem guten 2. Platz bei den Schülern C, Immanuel Bloch wurde 8., Matthias Quarder 10. Eva Herter (Schülerinnen C) schob sich auf einen 5. Platz vor, Sofie Häfner kam auf Platz 10 an. Darwin Bornschlegell belegte bei den Schülern A den 4. Platz. In der stark besetzten Juniorinnenklasse fuhr Alexandra Hassemer eine persönliche Bestleistung von 51,65 Punkten heraus und kletterte auf den 5. Rang hoch.
Nach den sechs Wettbewerben der Junior Masters war sie in der Spitze im Einer-Kunstfahren der Juniorinnen angekommen, jetzt, bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren, die der VfH Worms in der Eicher Altrheinhalle ausrichtete, hat die nationale Spitze einen Namen: Lisa Hattemer vom Radsportverein 1898 e.V. Gau-Algesheim.
Josef Pooschen, der Kunstradsport-Koordinator des BDR, und Udo Rudolph, der Landesvorsitzende des Radsportverbandes Rheinland-Pfalz überreichten Medaillen, Urkunden und Pokale an die Sportlerinnen auf dem Podium. Lisa Hattemer, die mit 131,40 Punkten das gute Ergebnis der Rheinhessen Open bestätigte, gewann die nationale Meisterschaft vor Miriam Kirchner (SV Kirchdorf) und Anja Zörner (RC 1911 Langenselbold), denen sie in der EM-Qualifikation noch den Vortritt lassen musste.
So bewahrheitete sich, was manche Beobachter der Rheinhessen Open Mitte April in der Schloss-Ardeck-Sporthalle: "Wenn Lisa sich erneut so stark präsentiert, muss die Konkurrenz sich warm anziehen." Die 139,40 Punkte bedeuteten nicht nur eine persönliche Bestleistung, sondern wurden bei der Konkurrenz in Hessen und Württemberg sehr wohl registriert. Im Gespräch betonte Lisas Betreuerin Pia Bischel, dass sie beim Saisonaufbau wohl alles richtig gemacht haben: "Nach den Junior Masters haben wir die Kür erweitert und bei den Rheinhessen Open ausprobiert, ob Lisa sie bewältigt. Nun sind Generalprobe und Premiere vor großem Publikum gelungen." Lisa Hattemer, die erstmals als vorletzte in den Wettbewerb gegangen war, während sie sonst von mittleren Startplätzen aus sich nach vorne schob, hatte sich vorgenommen, den 2. Platz zu verteidigen. Nun ist ein Sieg draus geworden. Es dauerte bis zur Siegerehrung, ehe sie dem Glücksgefühl kräftig Ausdruck verleihen konnte.
Mit der erfolgreiche Sportlerin und ihrer Familie dürfen sich ihre Trainerin Pia Bischel und Franz Bischel, der seit Jahren für den perfekten Zustand von Lisas Rädern Sorge trägt und dessen versierte Hand gerade in jüngster Zeit wertvolle Arbeit leistete. Was das Duo Hattemer-Bischel auszeichnet und in Eich Früchte trug, waren der kluge Aufbau über die Wettkampfphasen hinweg und die Entwicklung einer mentalen Stabilität, die Erfolge und Rückschläge gleichermaßen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft zu nutzen verstand.
31 Jahre, nachdem Hermann und Robert Schön im Mai 1977 in Heerlen den Europacup der Junioren und im September 1977 in Straubing den nationalen Meistertitel im Radball gewannen, trägt sich Lisa Hattemer nach ihrer Bronzemedaille bei den Deutschen Schülermeisterschaften 2006 in Ludwigslust zum 2. Mal in die Ehrenliste des RSV 198 Gau-Algesheim ein.
Auf dem Marktplatz bereiteten zahlreiche Gau-Algesheimer und Radsportfreunde aus Rheinhessen der Deutschen Meisterin und ihrer Trainerin einen begeisterten Empfang.
In zwei Runden werden alljährlich die beiden Aufsteiger in die Fünfer-Radball-Bundesliga ermittelt. Vielen Spielern, die eine ganze Saison lang im Zweier-Radball um Punkte und Ränge gekämpft haben, bringt das Mannschaftsspiel einen besonderen Reiz. Bundes- und Ober- oder Verbandsliga-Spieler, junge Füchse und alte Hasen finden sich zu einem neuen Team zusammen, das größere Spielfeld verlangt eine veränderte Spielweise: größere Räume müssen schnell überbrückt, die Aufgabenverteilung zwischen Offensive und Defensive muss verantwortlicher wahrgenommen werden, Rückstände sind trotz der Spielzeit von zweimal 15 Minuten nur schwer aufzuholen. Von ihrer besten Seite zeigten sich die Fünfer-Radballer des RSV 1898 nach einer mittelmäßigen Saison im Zweier-Radball in der heimischen Schloss-Ardeck-Halle. Mit drei Siegen qualifizierten sie sich für die 2. Runde der Aufstiegsspiele zur Radball-Bundesliga. Dabei fielen die Siege über Schiefbahn und die Spielgemeinschaft Forst/Graben deutlicher aus, als es die Ergebnisse ausdrücken. Matthias und Peter Schön gaben der Defensive Halt und dem Angriff Impulse, sodass Torwart
Am 2. Sonntag in den Sommerferien, am 29. Juni 2008, starteten 25 Mitglieder und Freunde des Radsportvereins bei gutem Wetter zur 5. Car&Bike-Tour des RSV von der Radsporthalle in das Grenzgebiet zwischen Rheinhessen und der Pfalz. Hermann Schön und Wolfgang Schneider hatten die Tour ausgesucht und erkundet. Die Marketender des Radsportvereins sorgten in bewährter Manier dafür, dass Menschen und Material gut in den Pfalz transportiert wurden und den Tag über kaum Wünsche an Speisen und Getränken offen blieben.
Von Offstein, dem Zentrum der rheinhessischen Zuckerindustrie, führte die Fahrrad-Route über den Barbarossaweg, durch das Weintor in Bockenheim und über den Kraut- und Rübenweg nach Freinsheim vor den Toren von Bad Dürkheim. Auf einem Stadtspaziergang erfuhren die Rheinhessen Interessantes über eine Stadt, deren 1300 m lange spätgotische Mauer samt Türmen und Toren fast vollständig erhalten ist. Der städtische Charakter von Freinsheim verbindet sich weniger mit einer Urkunde zur Stadterhebung, als mit der Befestigung, den herrschaftlichen Häusern und Höfen sowie den Angeboten der örtlichen Gastronomie. Freinsheim, das erst seit 1979 Stadtrecht besitzt, beeindruckte die Besucher aus Rheinhessen, die viele Anregungen für die Gestaltung des eigenen Gemeinwesens mitnehmen konnten. Gerade als Radler erlebten sie es sehr positiv, dass der Autoverkehr größtenteils um das Stadtzentrum herumgeführt wird.
In zwei Etappen fuhren die Ausflügler zum Ausgangspunkt nach Offstein in den südlichen Wonnegau zurück. Pünktlich wie geplant und rechtzeitig zum EM-Finale erreichten sie Gau-Algesheim.
Bei noch einstelligen Temperaturen am frühen Sonntagmorgen waren es nur wenige Radler, die Stadtbürgermeister Dieter Faust und Vorsitzender Hermann Schön auf die Runde des 34. Gau-Algesheimer Volksradfahrens schicken konnten. Mit dem Anstieg des Thermometers wuchs dann aber die Zahl der Teilnehmer auf über 500 an. Neben der traditionellen Strecke bot der Radsportverein erstmals mit der Obstroute durch das Welzbach- und Selztal eine längere und anspruchsvollere Strecke an. Im 110. Jahr seines Bestehens konnte der RSV seinen Gästen einen neuen Hallenboden und einen neu gestalteten Thekenraum präsentieren. Das Engagement von Helfern unter der Leitung des Hallenverwalters Frank Schaberger und die Unterstützung des Landkreises haben diese Renovierungen in kurzer Zeit möglich gemacht.
Die Radler, aber auch die vielen Besuchern, die im Laufe des Tages die Atmosphäre rund um die Radsporthalle genießen, erwartete ein großes Spektrum von gastronomischen und unterhaltsamen Angeboten: die bewährten Speisen aus dem Suppentopf, vom Bratwurststand und von der Kuchentheke wurden ergänzt durch eine Obstbar der Familie Wolst vom Gau-Algesheimer EDEKA-Markt, an der Eistheke der Eisbar Maxim gab es für alle Kinder, die am Volksradfahren teilgenommen hatten eine süße Überraschung, die Sport- und Trainingsgeräte des RSV konnten ausprobiert werden, eine Hüpfburg, Kinderschminken und ein Servicestand für kleine und große Fahrräder ließen keine Landweile aufkommen.
Unter den Aktiven wurden Stadtbürgermeister Dieter Faust, die Beigeordneten Bernhard Gerster und Franz Josef Herter sowie die Ratsmitglieder Günter Frey, Peter Klein und Sabine Rohleder-Graf gesehen, die Siegerpreise für die Klassenstufe 4 mit 79 Teilnehmern und die Klasse 3 B der Schloss-Ardeck-Grundschule, die 54 Kinder und Erwachsene aufs Rad brachte, den RV Klein-Winternheim und den RSV Appenheim überreichten die Bürgermeister Dieter Linck und Dieter Faust sowie Jürgen A. Weis und Hermann Schön. Mit Wilhelmine Rohleder und Franz Huber wurden die ältesten Teilnehmer ausgezeichnet. Große Aufmerksamkeit erregte Wolfgang Schmitt, der mit seinem über 100 Jahre alten Hochrad die Strecke bewältigte.
Als der Organisationsleiter Helmut Fastner eine erste Bilanz zog, waren Tische und Bänke auf dem Parkplatz neben der Radsporthalle noch gut gefüllt: „Mein Dank gilt den fast 100 Helferinnen und Helfern des Vereins, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Roten Kreuz sowie den Sponsoren, ohne deren Unterstützung in der Vorbereitung und am heutigen Tag eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre.“ Als eine erste Erkenntnis fügte er hinzu: „Künftig sollte das Volksradfahrens noch stärker auf den Zuspruch von Gruppen setzen, die in diesem Jahr bereits die Hälfte der Radler ausmachten.“
2009
Zum 6. Mal seit 2004 veranstaltete der Radsportverein eine Radwanderung am ersten Sonntag in den Sommerferien. Bisher standen das Lautertal mit Weißenburg, Mosel und Sauer mit Echternach, Nahe und Glan mit Meisenheim, Mayen und das Maifeld sowie zuletzt der Kraut- und Rübenweg mit Freinsheim auf dem Routenplan.
Diesmal führte die Car&BikeTour am ersten Sonntag in den Sommerferien an den Altrhein und ins hessische Ried. Obwohl das Wetter sich nicht sehr gut anließ, waren fast alle angemeldeten Pedalritter zur Abfahrt an die Radsporthalle gekommen. Quer durch Rheinhessen fuhr der Autokonvoi zum Parkplatz am Oppenheimer Hallenbad, um von dort Kurs in Richtung Eicher See zu nehmen. Dort wartete die erste Verpflegungsstation oder - wie man unter Radsportlern sagt - zone de ravitaillement mit WWW - Weck, Worscht und Wei!
Von dort war es nicht mehr weit bis zur Rheinfähre Gernsheim. Vom schmucken Gernsheimer Fährhaus führte ein Spaziergang entlang des Hafens und durch die Magdalenenstraße bis zur neuen Stadthalle der Schöfferstadt.
Um die Fähre nach Guntersblum nicht zu verpassen, wurde die Fahrt durch den Kühkopf etwas beschleunigt. Der Himmel klarte auf, die Sonne schien, aber auf dem Parkplatz in Oppenheim erwischte ein Starkregen die Ausflügler.
Sie bringen's zu Lande und zu Wasser. Stefanie Hang, RSV-Mitglied seit dem 1. März 2000, hat am 28. Juni 2009 in Duisburg-Wedau den Titel einer Deutschen Meisterin im Doppelzweier mit Jessica Beer gewonnen.
Stefanie Hang, ein Jahr jünger als die Deutsche und Europa-Meisterin Lisa Hattemer, hatte mit dem Kunstradfahren begonnen, dann aber im Rudern ihren Sport gefunden. Sie startet für den Ruderverein Ingelheim 1920 e. V.
Am Sonntag, 18. Oktober 2009, starb Bernd Hassemer im Alter von 49 Jahren. Seine Frau verliert ihren Mann, zwei Töchter ihren Vater, die Eltern ihren Sohn, die Geschwister ihren Bruder, Verwandte und Freunde einen liebenswerten Menschen. Der Radsportverein 1898 e. V. Gau-Algesheim, dem Bernd Hassemer seit über 40 Jahren angehörte, verliert seinen 2. Vorsitzenden und ein aktives Mitglied, das zupackte, wo sein Rat und sein Einsatz gefordert waren.
Eine große Zahl von etwa gleichaltrigen Jugendlichen prägte in den 70er Jahren neben den Aktiven Günter Burkart und Wolfgang Schneider den Ruf der Gau-Algesheimer Radballer: Georg Fleischmann, Bernd Hassemer, Heinz Schmitt, Hermann Schön, Robert Schön und Willi Ströbel. Sie erringen Titel auf nationaler und internationaler Ebene, besuchen Turniere auch im benachbarten Belgien, begleitet von ihren Betreuern Ernst Rohleder und Franz Gerner; zu den Wettkampfstätten fuhr sie meist der unvergessene Quirin Hollenbach. Manche Ereignisse aus dieser Zeit hatte Heinz Schmitt bei der Jahreshauptversammlung im Februar 2009 in Erinnerung gerufen, als Bernd Hassemer für seine 40jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Bernd Hassemer qualifizierte sich mit seinem Partner Robert Schön für zwei Deutsche Jugendmeisterschaften, 1975 in Hahndorf und 1976 in Ulm.
Nach seiner sportlichen Laufbahn engagierte sich Bernd Hassemer über Jahrzehnte in der Wirtschaftskommission des Radsportvereins und seit 2005 im Vorstand als 2. Vorsitzender und Stellvertreter von Hermann Schön. Die Jahre als Sportler und aktives Vereinsmitglied, seine kommunalpolitischen und berufsständischen Ämter sowie seine allgemeine Lebenserfahrung machten ihn zu einer Stimme im Vorstand des Radsportvereins, die Gehör fand. Diesen Sachverstand, seine Klugheit und seinen Humor vermissen die Gau-Algesheimer Radfahrer, seit die Krankheit ihn ergriff und schließlich überwältigte.
Anlässlich der Sportlerehrung 2009 zeichnete Bürgermeister Dieter Faust namens der Stadt im gut besetzten Festsaal des Schlosses Ardeck auch Sportlerinnen und Sportler des RSV 1898 aus. Die einen stehen am Ende einer langen Karriere als erfolgreiche Radballer, die andere blickt auf eine erfolgreiche Saison ziurück, die sie mit dem Gewinn des Titel einer Junioreneuropameisterin im Einer-Kunstfahren krönen konnte.
Peter und Matthias Schön kamen als Söhne des langjährigen RSV-Vorsitzenden Werner Schön wie selbstverständlich zum Radsport. Peter startete gleich als Radballer und erreichte bei den deutschen Jugendmeisterschaften 1983 in Korbach mit seinem Partner Christoph Dietz den 8. Platz. Matthias nahm über das Kunstfahren seinen Weg zum Radball und eroberte mit seinem Partner Christian Dickenscheid 1984 bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Nellingen den 4. Rang. In der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar waren die "kleinen" Gebrüder Schön über zwei Jahrzehnte ein Team, das immer bei den Titelvergabe ein Wort mitredete und mehrfach die Oberliga- oder Südwestmeisterschaft gewann. Mit jungen Spielern zusammen bildeten Peter und Matthias Schön eine über Jahren erfolgreiche Mannschaft im 5er-Radball.
Im Hallenradsport gilt der Spruch, dass der Gewinn der Europa- und Weltmeisterschaft oft leichter ist als der Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Im Einer-Kunstfahren der Juniorinnen gilt dies nicht, seit Sportlerinnen aus Tschechien wie Nikola Lebánková und aus der Schweiz wie Angela Nägele um Titel und Medaillen mitkämpfen. Da müssen schon Weltrekorde (nach den besonderen Kriterien der UCI) oder Weltbestleistungen gefahren werden, um die Spitze zu behaupten. Beides ist Lisa Hattemer im Jahre 2009 gelungen, ein Weltrekord bei den Europameisterschaften in Heerlen und jeweils Weltbestleistungen beim Winterpokal und beim Finale der Junior Masters in Wendlingen.
Den beiden Laudatoren des RSV, dem Vereinsvorsitzenden Hermann Schön und der Trainerin Pia Bischel, merkte man an, dass sie als ehemalige Leistungssportler die Leistungen der aktuelle Sportler gut einschätzen können. Wenn dann Sportlerin und Trainerin, wie dies bei Lisa Hattemer und Pia Bischel der Fall ist, von Januar bis Ende Mai fast jedes Wochenende gemeinsam unterwegs sind, dann durchleben beide intensiv die Anstrengungen, Leiden und Freuden des Sports.
Der Radsportverein von 1898 darf mit der Saison 2009, die ihm mit den 1. Junior Masters im 1er- und 2er-Kunstradfahren ein sportliches Highlight bescherte, zufrieden sein. Dass er dabei die Unterstützung von vielen Sponsoren, der Stadt, der Verbandsgemeinde und des Landkreises fand, rührt nicht zuletzt daher, dass der Verein selbst, sein Vorstand und seine Mitglieder, zum Engagement bereit sind, wenn Aufgaben und Nutzen transparent sind.
2010
Lisa Hattemer bescherte sich und dem RSV eine sportlich überaus erfolgreiche Saison. Nach einer längeren Verletzungspause und einem etwas holprigen Start in die ersten Wettkämpfe, fügte sie dem Gewinn der Junior Masters nach Wettkämpfen in Heidenheim-Mergelstetten, Schwanewede und Lemgo die Deutsche Meisterschaft in Kamp-Lintfort und die Europameisterschaft in Ludwigslust hinzu. Eine Juniorinnen-Weltbestleistung war sie bereits bei der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft in Flonheim mit 161,40 Punkten gefahren, mit einem offiziellen UCI-Weltrekord von 159,43 Punkten ließ sie bei der EM die nationale und internationale Konkurrenz hinter sich. Zum Empfang auf dem Marktplatz nach der DM und in der Radsporthalle nach der EM waren zahlreiche Radsportfreunde aus der Stadt und aus der rheinhessischen Nachbarschaft gekommen.
Erfolgreiche Präsenz bei regionalen Wettkämpfen im Kunstradfahren zeigten Nico Budavari, Maya Michel und Sarah Wenzel im Einer-Kunstfahren sowie , Lea Hartkopf, Laura Hollenbach, Johanna Klippel, Celine Lehr, Merle Lescher und Sinah Rochholz im 4er- und 6er-Einradfahren.
Bericht von Pia Steinbauer über den 50. Geburtstag der Radsporthalle in der Appenheimer Straße (Ingelheimer Wochenblatt, 12. Mai 2010)
GAU-ALGESHEIM (pst) - In der Appenheimer Straße, nahe des Ortsausgangs, ist sie zu finden, die Halle des Radsportvereins 1989 e.V. Gau-Algesheim (RSV). Umrahmt von großen Bäumen reckt sie sich keck dem Betrachter entgegen. Von der Straße aus ist nur die schmale Seite der Halle zu sehen, die sich noch um ein Vielfaches ins Gelände hinein erstreckt. Über 248 qm misst die Grundfläche des Gebäudes, das die Vereinsmitglieder in Eigeninitiative und großem persönlichen Einsatz erbauten und in mehreren Bauperioden erweiterten und modernisierten.
Am vergangenen Wochenende feierte der RSV den 50. Geburtstag seiner Halle. Höhepunkt der Festlichkeiten war eine Vereinsfeier - natürlich in der Radsporthalle. Die wurde zu diesem Anlass schmuck herausgeputzt, sehr zur Freude der vielen Gäste. Vereinsmitglieder und Freunde des RSV waren gekommen und erfreuten sich an ihrer Halle, an ihrem gemeinsam geschaffenen Werk. „Der Radsportverein ist stolz auf seine Halle, wie dies diejenigen Vereinsmitglieder waren, die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts mit den Vereinsvorsitzenden Johann Krichten an der Spitze den Mut und die Kraft aufbrachten, das Werk in Gang zu setzen", rief Werner Schön aus. Gemeinsam mit Norbert Diehl und dem derzeitigen Vereinsvorsitzenden Hermann Schön erinnerte er an den Bau der Halle, die Erweiterungen, ihre Pflege und Nutzung. Auch die sportlichen Erfolge der Vereinsmitglieder wurden dabei gebührend gewürdigt. Die Redner untermalten ihre Reise durch 50 Jahre Hallengeschichte mit zahlreichen Bildern.
Begeistert waren die Gäste von dieser spannenden Zeitreise in Erinnerungen und Bildern, zu der sich die RSV-Winzer etwas ganz Besonderes ausgedacht hatten. Sie kredenzten in einer Weinprobe nicht nur prämierte Weine aktueller Jahrgänge, sondern hielten auch zu jedem Bauabschnitt der Halle zeitlich passend einen edlen Wein bereit. So stellte Probenleiter Klaus Hattemer zum Baubeginn der Halle einen Moselwein, einen 1959er Wiltinger Kupp, gestiftet von Willi Hassemer, vor. Zu den beiden Hallenerweiterungen gab es Edles aus dem Weingut Emil Hattemer - einen 1971er Scheurebe/Silvaner Auslese und eine 1988er Kerner Spätlese. Zu der Weinverkostung der acht RSV-Winzer reichten die Damen der RSV-Küche einen Spezialitätenteller mit Silvaner-Peso, Schinkenröllchen mit Spargel, Lachs und Spundekäs.
Unbefriedigende Trainingssituationen, der Erhalt der Vereinsautonomie und bessere Trainingsbedingungen für die wachsende Zahl von jungen Mitgliedern - es gab viele Gründe, die Ende der 1950iger zum Entschluss führten, eine eigene Halle zu bauen. „Vater" und treibende Kraft des Projekts war der damalige Vereinsvorsitzende Johann Krichten. Auf der Jahreshauptversammlung 1959 beschloss der Verein mit großer Mehrheit den Bau einer eigenen Trainingshalle. Gebaut wurde auf einen geschenkten Grundstück in der Appenheimer Straße, ein Nachbargrundstück wurde noch hinzugekauft. Den Bauplan fertigte Vereinsmitglied August Rohleder, Vereinskollege Josef Orlob oblag die Bauaufsicht, andere brachten ihre handwerklichen Fähigkeiten als Schlosser,' Spengler oder Schreiner ein oder stellten ihre Traktoren und Lastwagen zur Verfügung. So wurden bis zur Fertigstellung der Halle 5600 freiwillige Arbeitsstunden erbracht.
Am 8. Mai 1960 wurde die Halle ihrer Bestimmung übergeben und durch Pfarrer Geistlichen Rat Josef Krämer eingeweiht. Höhepunkt des Festes waren die sportlichen Darbietungen, bei denen sich international erfolgreiche Radsportler ein Stelldichein gaben.
1969/70 wurde eine Erweiterung der Halle vorgenommen. In einem sechs Meter langen Anbau fanden eine Küche, Duschräume, ein Jugendraum und eine Heizungsanlage Platz. Am B. Mai 1988 konnte eine zweite Erweiterung der Halle, ein Anbau zur Straßenseite hin, ihrer Bestimmung übergeben werden, Mit dieser Erweiterung ging eine Sanierung des Hallenbodens und de sanitären Anlagen einher.
In den nächsten Jahren folgten noch weitere Sanierungs -und Erneuerungsmaßnahmen wie eine Erneuerung des Hallendachs 2001, eine Sanierung des Hallenbodens 2008, die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Hallendach im Jahre 2008 und der Bau eines überdachten Grillplatzes 2009.
Für die RSVler ist die Radsporthalle die Grundlage für den sportlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg des Vereins. Gerne erinnert man sich zurück, denn mit der Fertigstellung der Halle die ersten sportlichen Erfolge des RSV. So schafften bereits 1961 die Radballer Gerold Schmitt und Volker Hassemer eine Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften teil und belegten einen vorderen Platz. 1964 fuhren die Zweier-Kunstradfahrer Georg Lindemann und Manfred Mayer bei den deutschen Meisterschaften auf das Podium. Die Liste erfolgreicher RSV-Radsportler lässt sich fortsetzen bis in das Jahr 2010 zu Lisa Hattemer, amtierende Europameisterin und deutschen Meisterin der Juniorinnen im Einer-Kunstfahren. Die Vereinsmitglieder sind sich einig: Was der Vorsitzende Johann Krichten mit dem Bau der Radsporthalle begann, setzten und setzen seine Nachfolger im Amt - Werner Schön, Norbert Diehl und Hermann Schön - fort.
Es waren über vierzig Freunde des Radfahrens, die am ersten Sonntag in den Sommerferien von der Radsporthalle zu einer vom Vorsitzenden Hermann Schön erkundeten 7. Car&BikeTour an die Lahn starteten. Für den Autokorso war ein Parkplatz an der Rheinterrasse in Lahnstein knapp unterhalb der Lahnmündung Endstation, bevor es auf dem Lahnradweg weiterging. Auf dem schmalen steigungsfreien Weg entlang des Flusses, der an wenigen Stellen vom Fluss weg durch Wiesen führte, gelangten die Radler zur Emser Kurpromenade, wo der Verpflegungstrupp vor dem einstigen Grandhotel „Russischer Hof“ einen reich gedeckten Tisch bereithielt. Der Park zwischen der Römerstraße und dem Lahnufer war am späten Vormittag noch wenig frequentiert, die wenigen Fußgänger betrachtend schmunzelnd das Frühstück im Freien. Nachdem die Kurpromenade als historischer Ort der „Emser Depesche“ in Erinnerung gerufen war, führte die nächste Etappe von der Kreisstadt des Rhein-Lahn-Kreises nach Nassau, wo die Ausflügler vor dem Steinschen Schloss gegenüber Adelzheimer Hof, dem Rathaus von Stadt und Verbandsgemeinde, Station machten. Auf der gegenüber liegenden Lahnseite überragt die Burg Nassau, die Stammburg des großherzoglichen Hauses Luxemburg und des niederländischen Königshauses, die Stadt. Im Steinschen Schloss wurde 1757 der Reichsfreiherr vom und zum Stein geboren, dessen politisches und administratives Wirken in den bewegten Jahrzehnten zwischen 1780 und 1816 in vielen deutschen und europäischen Ländern seine Spuren hinterließ. Mitte der 1820er Jahre ließ Stein die „müßigen Emser Kurgäste und die Pflicht, kaiserlichen und königlichen Hoheiten seine Aufwartung“ machen zu müssen, hinter sich und zog sich ins ruhige westfälische Cappenberg zurück, wo er 1831 starb. Die Rückfahrt führte durch das nachmittäglich lebendige Bad Ems über den Lahnsteiner Parkplatz auf der rechten Rheinseite bis zum Fähre in Stankt Goarshausen. An der Radsporthalle schließlich ging ein ereignisreicher Ausflug zu Ende. Auf die 8. Car&BikeTour dürfen sich die Mitglieder und Freunde des Radsportvereins schon jetzt freuen.